
In einem Freiluft-Onsen mit Blick auf den Fuji inmitten der Herbstfarben entspannen
Rund um Kawaguchiko und Yamanakako blicken mehrere Außenbäder direkt auf den schneebedeckten Gipfel: So findest du das passende Bad, erfährst die Preise für Tagesbesuche, die besten Uhrzeiten für klare Bergblicke und Tipps für deinen ersten Besuch.
12. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 18 Min. Lesezeit
Rund um Kawaguchiko und Yamanakako blicken mehrere Außenbäder direkt auf den schneebedeckten Gipfel: So findest du das passende Bad, erfährst die Preise für Tagesbesuche, die besten Uhrzeiten für klare Bergblicke und Tipps für deinen ersten Besuch.
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Es gibt einen Moment, an den sich jeder, der im November ein Onsen am Fuß des Fuji besucht hat, für immer erinnert: Du steigst in ein Außenbad, während die Luft noch eisig kalt ist, Dampf wallt um dich herum auf, und dann zieht der Nebel zur Seite – und gibt den Blick auf den gesamten schneeweißen Berg frei, der majestätisch hinter einer Reihe leuchtend roter Momiji-Ahorne steht. Keine Glasscheibe, kein Zaun und kein Heranzoomen mit dem Handy. Nur du, bis zu den Schultern im heißen Wasser, und der Berg, den ganz Japan auf Briefmarken, Kuchenschachteln und Geldscheinen abbildet.
Der Herbst ist für dieses Erlebnis die beste Saison mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, weil dann drei Dinge zusammenkommen, die sich nur selten überschneiden: Die Luft ist trocken und klar, sodass der Gipfel deutlich häufiger zu sehen ist als im Sommer; die Ahornbäume rund um die Fuji Five Lakes zeigen ihre intensivsten Farben; und die Außentemperaturen sinken so weit, dass ein heißes Bad wirklich wohltuend statt quälend wirkt. Im Sommer reichen zehn Minuten im Bad, bevor man wieder heraus möchte; im November kann man eine halbe Stunde sitzen und will sich trotzdem nur ungern verabschieden.
Dieser Guide richtet sich an alle, die bereits in Japan sind oder einen Wochenendtrip planen: Welche Bäder tatsächlich einen Ausblick bieten – und nicht nur einen „Blick, wenn du dich in die linke Ecke auf die Zehenspitzen stellst“ –, wie viel ein Tagesbesuch kostet, wann der Berg am ehesten zu sehen ist und welche Etikette dafür sorgt, dass sich jeder Onsen-Neuling zumindest ein wenig unsicher fühlt.
Warum die Gegend rund um den Fuji zu den wenigen Orten mit „Onsen direkt am Berg“ gehört
Es klingt selbstverständlich, doch in Wirklichkeit bietet nicht jeder Ort rund um den Berg einen Blick auf ihn. Der Fuji ist so gewaltig und so nah, dass ein niedriger Bergrücken, eine Reihe Kiefern oder eine Gruppe vor dir errichteter Gasthäuser die Sichtlinie vollständig zerstören können. Die besten Chancen hast du am Nordufer – rund um den Kawaguchi-See (Kawaguchiko) und den Yamanaka-See (Yamanakako), wo die offene Wasserfläche dem Berg Raum gibt, in den Blick „hineinzutreten“.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Seen:
- Kawaguchiko ist belebter und bietet mehr luxuriöse Ryokan, eine einfache Anbindung an Bahnhof und Busbahnhof sowie einen bequemen öffentlichen Nahverkehr. Das Herbstlaub ist vor allem für den „Momiji Corridor“ am Nordufer berühmt.
- Yamanakako ist ruhiger und liegt etwas höher, weshalb es dort früher kalt wird. Die Bergblicke wirken oft dramatischer, weil der See breiter ist und es weniger hohe Gebäude gibt. Außerdem befinden sich hier mehrere Tagesbäder mit schöner Aussicht und sehr moderaten Preisen.
- Narusawa – Saiko liegt im Westen. Weniger vietnamesische Besucher kennen diese Gegend, aber hier befindet sich ein Badehaus, das bei Einheimischen besonders beliebt ist.
Herbstlaub-Kalender: Eine Woche zu spät – und du verpasst womöglich den Höhepunkt
Der Fuji weist enorme Höhenunterschiede auf. Deshalb bezeichnet die „Herbstlaubsaison“ hier kein einzelnes festes Datum, sondern eine farbige Welle, die sich allmählich den Berg hinunterbewegt:
- Ende September – Anfang Oktober: Rund um Station 5 der Fuji Subaru Line und an den höher gelegenen Hängen beginnt der Farbwechsel zuerst. Zu diesem Zeitpunkt sind die Blätter jedoch meist eher bräunlich-gelb als leuchtend.
- Mitte bis Ende Oktober: Rund um den Motosu-See, den Shoji-See und in den Wäldern um Narusawa erreicht das Laub seinen Höhepunkt.
- Anfang bis Mitte November: Dies ist die beste Zeit an den Ufern des Kawaguchi- und des Yamanaka-Sees – und zugleich die Zeit der Herbstlaubfestivals am See, die oft über mehrere Wochen mit abendlichen Illuminationen stattfinden.
- Ende November: An den Seen beginnen die Blätter zu fallen, doch die Schneedecke auf dem Gipfel ist dicker und die Luft kristallklar. Wenn dir Bergfotos wichtiger sind als Laubfotos, kann dies tatsächlich die beste Woche sein.
Der genaue Zeitpunkt verschiebt sich jedes Jahr je nach Wetterlage. Prüfe daher vor der Buchung deiner Tickets die Herbstlaub-Prognose und die offiziellen Websites der örtlichen Festivals.
Tagesbäder: günstig, unkompliziert und mit echtem Ausblick
Wenn du keine Übernachtung in einem Ryokan bezahlen möchtest, ist dies die praktischste Option. In Japan nennt man diese Art des Besuchs higaeri onsen (日帰り温泉) – einen Onsen-Besuch ohne Übernachtung.
Benifuji-no-yu (紅富士の湯) – Yamanakako
Dieser Name fällt am häufigsten, wenn es um ein „günstiges Onsen mit Blick auf den Fuji“ geht. Der Name bezieht sich auf das als beni-fuji bekannte Phänomen, bei dem sich die schneebedeckten Hänge in den kälteren Monaten im Licht des frühen Morgens oder späten Nachmittags rosa oder rot färben.
Zu den größten Vorzügen gehören der große Außenbadebereich mit direktem Blick auf den Berg und die sorgfältig beschnittenen Bäume, die die Aussicht nicht versperren. Im Innenbereich gibt es einen mit Tatami ausgelegten Ruheraum, in dem du dich nach dem Bad ausstrecken kannst, ein Restaurant und einen Laden mit regionalen Produkten – eine sehr Yamanashi-typische Kombination aus „Michi-no-Eki und Badehaus“.
Der Eintritt für Erwachsene liegt normalerweise unter 1.000 Yen; für Kinder sind die Tickets deutlich günstiger. Die Anlage hat an einem festen Wochentag geschlossen, und die Öffnungszeiten können je nach Saison variieren. Informiere dich vor dem Besuch auf der offiziellen Website, besonders an Feiertagen und während der Hochsaison des Herbstlaubs.
Ishiwari-no-yu (石割の湯) – Yamanakako, im Wald
Dieses Badehaus wird von derselben örtlichen Behörde betrieben und liegt in der Nähe des Weges zum Ishiwari-Schrein. Hier geht es eher um die Atmosphäre des Waldes als um ein vollständiges Bergpanorama. Erwarte nicht den Ansichtskartenblick, den du im Benifuji-no-yu bekommst. Dafür ist es ruhiger, das Wasser angenehm und das Bad eine ausgezeichnete Wahl nach einer Wanderung oder einem Vormittag auf den Wegen. Der Eintritt entspricht ebenfalls ungefähr den Preisen anderer öffentlicher Badehäuser der Region.
Fuji Chobo-no-yu Yurari (富士眺望の湯 ゆらり) – Dorf Narusawa
Der Name bedeutet direkt übersetzt „heiße Quelle mit Blick auf den Fuji“ – und das ist keineswegs übertrieben. Die große Anlage bietet mehr als ein Dutzend verschiedene Badetypen: Holzbäder, Steinbäder, Kräuterbäder, Höhlenbäder und vor allem einen Außenbereich mit Blick auf den Berg. Die Anlage liegt hoch genug, dass der Fuji an klaren Tagen beinahe das gesamte Sichtfeld auszufüllen scheint.
Hier gibt es außerdem mehrere private Bäder (kashikiri) für Familien oder alle, die sich beim Baden mit anderen unwohl fühlen – besonders praktisch, wenn du mit kleinen Kindern, einer an gemeinsames Nacktbaden nicht gewöhnten Person oder jemandem mit Tattoos unterwegs bist. Die privaten Räume kosten extra und sollten in der Regel im Voraus reserviert werden.
Der Eintritt ist hier höher als in den örtlichen Badehäusern und liegt je nach Zeitfenster und Wochentag normalerweise bei etwa ein- bis zweitausend Yen. Spätabends gelten manchmal ermäßigte Preise. Die genauen Gebühren ändern sich von Jahr zu Jahr; informiere dich daher auf der offiziellen Website über die aktuelle Preisliste.
Weitere interessante Optionen
- Große Badehäuser in der Gegend um Fujiyoshida: Nicht alle bieten vom Bad aus einen Blick auf den Berg, doch ihre traditionelle Holzarchitektur und großzügige Anlage machen den Besuch trotzdem lohnenswert. An einem nebligen Tag sind sie eine gute Wahl, wenn du trotzdem baden möchtest.
- Die Gegenden um Saiko und den Motosu-See: Mehrere kleinere Anlagen bieten niedrige Preise und eine rustikale Umgebung und eignen sich daher besonders für Reisende mit Mietwagen.
- Ryokan mit Tageskarten für spontane Besucher: Viele Gasthäuser rund um Kawaguchiko verkaufen zu begrenzten Zeiten Tageskarten fürs Baden, normalerweise vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag, bevor die Übernachtungsgäste einchecken. So kannst du ein luxuriöses Bad für einige hundert bis mehr als eintausend Yen genießen. Verfügbarkeit und Zeitfenster ändern sich ständig – ruf am besten an oder prüfe die Situation am selben Tag.
Ryokan mit Rotenburo-Blick auf den Fuji: Wann lohnt sich der Preis?
Eine Nacht in einem Ryokan am Ufer des Kawaguchi- oder Yamanaka-Sees ist eine ganz andere finanzielle Größenordnung – dafür bekommst du etwas, das ein Tagesticket nicht bieten kann: den Morgen. Bei Tagesanbruch ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass der Berg klar zu sehen ist, und zu dieser Uhrzeit sind nur Übernachtungsgäste vor Ort.
Es gibt zwei gängige Varianten:
1. Ein gemeinsames Außenbad im obersten Stockwerk. Viele Ryokan am See legen ihre Bäder auf die oberste Etage, damit die Baumgrenze überwunden wird. Das ermöglicht normalerweise den weitesten Blick. Viele Häuser tauschen außerdem abends und morgens die Bereiche für Männer und Frauen, damit alle einmal das Bad mit der besten Aussicht nutzen können.
2. Ein privates Bad auf dem Balkon des Zimmers. Das ist der Zimmertyp „kyakushitsu rotenburo“ – du kannst jederzeit allein baden, selbst wenn du um drei Uhr morgens aufwachst. Diese Zimmer kosten deutlich mehr, aber wenn du dich beim gemeinsamen Baden unwohl fühlst, mit deinem Partner reist oder Tattoos hast, sind sie fast die einzige Option, bei der du dich niemandem erklären musst.
Ein Tipp zur Buchung: Verlass dich nicht auf die Werbefotos, sondern lies das Kleingedruckte sorgfältig. Viele Zimmer werben mit „Seeblick“, ohne „Fuji-Blick“ zu versprechen – und das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Suche auf japanischen Buchungsseiten im Namen des Zimmertyps nach 富士山ビュー (Fuji-Blick) oder 富士山側 (Fuji-Seite) und rechne damit, dass diese Zimmer pro Person meist mehrere tausend Yen mehr kosten als Zimmer derselben Kategorie.
Die Herbstlaubsaison ist nach der Kirschblütensaison und vor Neujahr die zweitwichtigste Saison der Region. Wochenenden im November sind oft schon Monate im Voraus nahezu vollständig ausgebucht. Wenn du ein Zimmer mit Bergblick zu einem etwas moderateren Preis möchtest, solltest du eine Übernachtung unter der Woche, idealerweise von Montag bis Donnerstag, anpeilen.
Realistische Kosten: Wie viel wirst du ausgeben?
Nutze dies als groben Rahmen für deine Budgetplanung, nicht als exakte Preisliste:
- Eintritt in ein örtliches Tagesbad: für Erwachsene normalerweise unter 1.000 bis etwa 1.500 Yen.
- Eintritt in eine große Anlage mit mehreren Badtypen: im Allgemeinen teurer, an Wochenenden oder zu beliebten Zeitfenstern manchmal bis knapp 2.000 Yen.
- Handtuchverleih: Kleine Handtücher und Badetücher werden normalerweise separat ausgeliehen oder gekauft und kosten jeweils einige hundert Yen. Eigene Handtücher mitzubringen, ist die einfachste Sparmöglichkeit.
- Privatbad (kashikiri): normalerweise pro Sitzung von 45–60 Minuten berechnet, mit einem deutlichen Aufpreis zusätzlich zum regulären Eintritt.
- Schließfächer: Viele Anlagen verwenden eine erstattbare 100-Yen-Münze. Halte daher immer ein paar Münzen bereit.
- Ryokan mit Bädern und Bergblick: Die Preise variieren je nach Unterkunft, Zimmerkategorie und Saison stark. Wochenendnächte während der Herbstlaubsaison sind deutlich teurer als Übernachtungen unter der Woche.
Die besten Uhrzeiten: Wann „zeigt“ sich der Berg?
Diesen Punkt übersehen viele Besucher und bereuen es später. Der Fuji ist dafür berüchtigt, sich hinter Wolken zu verstecken, und die Wahrscheinlichkeit für einen klaren Blick hängt stark von der Tageszeit ab.
- Von Tagesanbruch bis etwa 9 Uhr: das goldene Zeitfenster. Die Luft ist am kältesten und stabilsten, und Quellwolken haben sich noch nicht gebildet. Wenn du in einem Ryokan übernachtest, stell dir den Wecker und geh zum Bad, sobald der morgendliche Badebereich öffnet.
- Später Vormittag bis früher Nachmittag: normalerweise die schlechteste Zeit – häufig bilden sich Wolken an den Hängen. Außerdem kommen dann viele Tagesbesucher an. So kommt es, dass manche sagen: „Ich war den ganzen Nachmittag dort und habe den Berg kein einziges Mal gesehen.“
- Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang: eine zweite Chance. Die Wolken können dünner werden, und mit etwas Glück siehst du, wie sich der verschneite Gipfel rosa und orange färbt – der berühmte beni-fuji. Das Bad genau auf diesen Moment zu legen, lohnt sich sehr.
- Nach Einbruch der Dunkelheit: Du wirst den Berg nicht mehr sehen können, aber ein Außenbad unter den Herbststernen auf einer Höhe von fast 1.000 Metern ist trotzdem ein wunderbares Erlebnis. Viele örtliche Badehäuser schließen abends relativ früh, informiere dich daher vorher.
Ein kleiner Tipp: Schau dir vor dem Aufbruch eine Live-Webcam an, die auf den Berg gerichtet ist. Viele örtliche Organisationen stellen öffentliche Webcams bereit. Ein kurzer Blick kann dir zeigen, ob es sich lohnt, deine Pläne für den Tag zu ändern.
Unterwegs: Zug, Bus oder Mietwagen
- Von Tokyo: Der direkte Fernbus vom Shinjuku Bus Terminal nach Kawaguchiko ist die einfachste Option und braucht bei wenig Verkehr etwa zwei Stunden. An Herbstwochenenden ist der Expressway häufig verstopft, plane daher zusätzliche Zeit ein.
- Mit dem Zug: Nimm die Chuo Line bis Otsuki und steige dort in die Fujikyuko Line nach Kawaguchiko um. Die Fahrt ist langsamer, an Tagen mit starkem Verkehr aber zuverlässiger als der Bus. Außerdem sind die herbstlichen Ausblicke auf das Tal aus dem Zug wunderschön.
- Rund um die Seen: Sightseeing-Busse fahren um den Kawaguchi- und den Saiko-See, außerdem gibt es eine separate Buslinie rund um Yamanakako. Tagespässe sind günstig und deutlich praktischer als Taxifahrten.
- Mit dem Auto: Wenn du einen in Japan gültigen Führerschein hast, ist dies die beste Option. Die meisten Badehäuser verfügen über kostenlose Parkplätze, und du kannst den Ort problemlos wechseln, wenn das Wetter umschlägt. Beachte, dass die Temperaturen in der Gegend Ende November nachts unter 0 Grad fallen können. Frag beim Mietwagenverleih ausdrücklich, ob das Auto Winterreifen hat.
Dein erster Onsen-Besuch: Befolge diese Schritte, dann verschwindet die Nervosität
Für die meisten Anfänger besteht die größte Sorge nicht darin, nackt zu sein, sondern etwas falsch zu machen und Aufmerksamkeit zu erregen. In Wirklichkeit gibt es nur sehr wenige Regeln, und sie sind leicht einzuhalten.
Der übliche Ablauf
- Zieh am Eingang deine Schuhe aus und stelle sie in ein Schuhfach.
- Kaufe eine Eintrittskarte – viele Anlagen haben Verkaufsautomaten. Wähle die Schaltfläche „入浴“, also Baden.
- Betritt die Umkleide durch den Vorhang mit der richtigen Farbe: Rot steht normalerweise für Frauen (女), Blau normalerweise für Männer (男). In vielen Anlagen wechseln die Bereiche für Männer und Frauen täglich. Verlass dich daher nicht auf deine Erinnerung vom letzten Besuch.
- Zieh alles aus – im Badebereich trägst du weder Badeanzug noch Unterwäsche. Alles kommt ins Schließfach; nimm nur ein kleines Handtuch mit.
- Wasch dich, bevor du ins Bad steigst. Es gibt niedrige Hocker, Duschen, Shampoo und Duschgel. Wasch dich gründlich und spül alles gut ab. Das ist der wichtigste Schritt: Ein Onsen ist zum Baden, nicht zum Schrubben da.
- Übergieß dich mit warmem Wasser (kake-yu) und steig dann langsam ins Bad.
- Leg das kleine Handtuch nicht ins Wasser. Falte es ordentlich und leg es auf deinen Kopf oder neben das Becken.
- Bade 10–15 Minuten, mach eine Pause und geh wieder ins Wasser, wenn du möchtest. Zwing dich nicht, zu lange im Bad zu bleiben.
- Trockne dich mit dem kleinen Handtuch grob ab, bevor du in die Umkleide zurückgehst, damit du den Boden nicht nass machst.
Was du vermeiden solltest
- Schwimm nicht, spritz nicht herum und sprich nicht laut. Onsen sind ruhige Orte.
- Tauch deinen Kopf nicht unter; binde lange Haare hoch.
- Nimm dein Handy nicht mit in den Badebereich. Das ist eine absolute Regel – im Badebereich Fotos zu machen, ist eine ernste Angelegenheit.
- Besuche ein Onsen nicht nach dem Alkoholkonsum und bade nicht, wenn du extrem hungrig bist.
- Trink vor und nach dem Baden Wasser. Heißes Wasser dehydriert dich schneller, als du vielleicht denkst – besonders bei kaltem Wetter, wenn du deinen Schweiß kaum bemerkst.
- Die Temperaturen im Herbst können stark schwanken. Wenn du noch nass längere Zeit draußen stehst, kannst du leicht krank werden. Trockne dich direkt nach dem Bad ab.
Was ist mit Tattoos?
Viele Anlagen in Japan weisen Gäste mit Tattoos noch immer ab, und die Region der Fuji Five Lakes bildet da keine Ausnahme. Es gibt drei Möglichkeiten:
- Verdecke das Tattoo, wenn es klein ist. Tattoo-Abdeckpflaster werden in Drogerien und manchmal auch an den Empfangstresen verkauft.
- Wähle ein Privatbad (kashikiri) – die sicherste Option; viele größere Anlagen verfügen über solche Bäder.
- Buche ein Ryokan-Zimmer mit privatem Bad – völlige Freiheit, ohne jemanden fragen zu müssen.
Wenn du unsicher bist, frag einfach an der Rezeption: „Tattoo, OK?“ Das japanische Personal kennt diese Frage und wird dir eine klare Antwort geben.
Routenvorschläge
Ein Tag ohne Übernachtung: Verlass Tokyo früh und komm gegen den späten Vormittag in Kawaguchiko an. Spaziere am Ufer entlang durch den Korridor mit Herbstlaub und iss zum Mittag Hoto – Yamanashis lokale Spezialität aus flachen Nudeln, die mit Kürbis geschmort werden. Fahr am frühen Nachmittag nach Yamanakako oder Narusawa und genieß anschließend etwa von 15:00 bis 17:00 Uhr ein Onsen, um das Licht des späten Tages mitzunehmen. Fahr mit einer Abendverbindung zurück nach Tokyo.
Zwei Tage, eine Nacht (deutlich lohnenswerter): Komm am ersten Nachmittag entspannt am See an, check in einem Ryokan mit Bergblick ein, bade zum Sonnenuntergang, genieß ein Kaiseki-Abendessen und geh später noch einmal unter dem Sternenhimmel ins Bad. Am nächsten Morgen wachst du vor Tagesanbruch auf und badest zu der Zeit, in der der Berg am ehesten klar zu sehen ist. Nach dem Frühstück kannst du den restlichen Vormittag damit verbringen, das Herbstlaub am See zu erkunden oder mit der Seilbahn zu einer Aussichtsplattform hinaufzufahren. Wenn du eine fertige Route mit Ryokan-Übernachtung und Transport suchst, findest du sie in der OlaChill Japan tour collection.
Einige sehr häufige Fehler (und wie du sie vermeidest)
- An einem Dienstag kommen, obwohl das Badehaus geschlossen ist. Viele örtliche Anlagen haben einen festen wöchentlichen Ruhetag. Informiere dich vorher, statt es erst nach der Ankunft festzustellen.
- Nur eine Karte mitbringen. Einige kleinere Badehäuser bevorzugen noch immer Bargeld, und für die Schließfächer brauchst du 100-Yen-Münzen.
- Mittags baden. Genau dann versteckt sich der Berg am wahrscheinlichsten.
- Kein Handtuch mitbringen. Wiederholte Leihgebühren können sich schnell auf den Preis eines Eintrittstickets summieren.
- Zu dünne Kleidung tragen. In der Gegend ist es im November nachts deutlich kälter als in Tokyo. Nach dem Baden sind deine Blutgefäße erweitert, wodurch du noch empfindlicher auf Kälte reagierst.
- Ein Zimmer mit „Seeblick“ buchen und annehmen, dass damit Bergblick gemeint ist. Lies die Zimmerbeschreibung genau.
In heißem Wasser zu liegen, während die kühle Luft dein Gesicht streichelt, rote Blätter neben einem Holzzaun zittern und der weiße Berg so reglos dasteht wie seit Jahrhunderten – diese Erfahrung kann kein Foto vollständig vermitteln. Wenn du in diesem Jahr nur eine Herbstreise unternehmen kannst, dann sollte es diese sein. Weitere Ideen für andere Jahreszeiten findest du im OlaChill Japan travel blog.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Tagesbad hier?
Örtlich betriebene Badehäuser verlangen für Erwachsene normalerweise unter 1.000 bis 1.500 Yen; größere Anlagen mit mehreren Badtypen können mehr kosten, besonders an Wochenenden. Die Preise ändern sich je nach Jahr und Zeitfenster. Prüfe daher vor dem Besuch die offizielle Website der jeweiligen Anlage.
Bekomme ich eine Rückerstattung, wenn ich den Berg nicht sehe?
Nein. Keine Anlage garantiert eine Aussicht. Um deine Chancen zu verbessern, geh früh am Morgen, wähle einen Tag nach dem Durchzug einer Kaltfront und prüfe vor dem Aufbruch die Webcam.
Ich fühle mich unwohl dabei, vor Fremden nackt zu sein. Gibt es eine andere Möglichkeit?
Ja. Wähle in einer größeren Anlage ein stundenweise buchbares Privatbad (kashikiri) oder reserviere ein Ryokan-Zimmer mit einem privaten Außenbad auf dem Balkon. Beides kostet extra, löst das Problem aber vollständig.
Kann ich ein Onsen mit einem Tattoo besuchen?
Das hängt von der jeweiligen Anlage ab. Viele verbieten Tattoos noch immer. Kleine Tattoos können abgedeckt werden; die sichersten Optionen sind ein Privatbad oder ein Ryokan-Zimmer mit privatem Bad. Frag vor dem Kauf des Tickets an der Rezeption nach.
Kann ich kleine Kinder mitbringen?
Ja, und der Eintritt für Kinder ist normalerweise deutlich günstiger. Außenbäder können ziemlich heiß sein, daher sollten kleine Kinder nicht lange darin baden. Eine Anlage mit Familienbad macht den Besuch für alle unkomplizierter.
Welche Woche im November ist für einen Besuch am besten?
Wenn dir das Herbstlaub am See am wichtigsten ist, ist Anfang bis Mitte November normalerweise die beste Zeit. Wenn du Fotos vom verschneiten Berg und klaren Himmel bevorzugst, ist Ende November die bessere Wahl. Der Zeitpunkt verschiebt sich jedes Jahr. Beobachte daher vor deiner Reise die Herbstlaub-Prognose.
Komme ich ohne Japanischkenntnisse zurecht?
Ja. Verkaufsautomaten haben normalerweise eine englische Schaltfläche oder Illustrationen, der Ablauf ist überall ähnlich und das Personal ist an ausländische Besucher gewöhnt. Denk an drei Dinge, dann klappt es: Wasch dich gründlich, bevor du ins Bad gehst, leg dein Handtuch nicht ins Wasser und nimm dein Handy nicht mit in den Badebereich.
Kann ich die Badehäuser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen?
Ja, aber du musst dich nach dem Busfahrplan richten, da die Verbindungen besonders abends selten sind. Wenn du bei Sonnenuntergang baden und anschließend zurückfahren möchtest, prüfe den letzten Bus, bevor du deine Schuhe ausziehst.
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