
Die Fuji Five Lakes im Herbst: Zwei Tage und eine Nacht – und wie du den richtigen Übernachtungsort findest
Übernachte am See, damit du den Gipfel noch am violetten Morgenhimmel sehen kannst, umrunde am zweiten Tag die drei ruhigeren westlichen Seen und erfahre, wie sich die Zimmerkosten nach Unterkunftskategorie fair aufteilen lassen.
12. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 19 Min. Lesezeit
Übernachte am See, damit du den Gipfel noch am violetten Morgenhimmel sehen kannst, umrunde am zweiten Tag die drei ruhigeren westlichen Seen und erfahre, wie sich die Zimmerkosten nach Unterkunftskategorie fair aufteilen lassen.
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Fast jeder, der den Fuji im Rahmen eines Tagesausflugs besucht, kennt diese Situation: Du nimmst frühmorgens einen Bus von Shinjuku, kommst gegen Mittag am Lake Kawaguchi an, steigst aus, blickst nach oben – und siehst Wolken. Keine dichten Gewitterwolken, sondern nur einen trägen weißen Streifen, der genau den Teil des Berges verdeckt, den du eigentlich sehen möchtest. Du gehst spazieren, trinkst Kaffee und wartest. Um drei Uhr nachmittags sind die Wolken immer noch da. Um halb fünf musst du zum Busbahnhof zurück, und der Berg versteckt sich weiterhin. Zurück in Tokio schaust du auf dein Handy und siehst, dass gerade jemand ein kristallklares Foto des Mount Fuji gepostet hat, das um sechs Uhr morgens aufgenommen wurde.
Genau deshalb geht es in diesem Artikel um zwei Tage und eine Nacht statt um einen Tagesausflug. Im Herbst ist die Luft rund um die Fuji Five Lakes kälter und trockener, weshalb die Wahrscheinlichkeit einer klaren Sicht deutlich höher ist als im Sommer – allerdings konzentriert sich dieses Zeitfenster fast vollständig auf die Zeit zwischen dem noch violetten Himmel und etwa acht oder neun Uhr morgens. Sobald die Sonne aufgegangen ist, steigt Feuchtigkeit aus den Seen und Wäldern auf, und um den Gipfel bilden sich Wolken. Tagesausflügler sind in diesem goldenen Zeitfenster fast nie vor Ort. Wenn du übernachtest, musst du nur die Vorhänge öffnen.
Das ist eine ganz bestimmte Route: Verbringe den ersten Tag im Osten (Kawaguchi oder Yamanaka) mit Herbstlaub und einer ordentlichen Unterkunft zum Schlafen, übernachte an einem Ort, an dem du nur die Tür öffnen musst, um den Berg zu sehen, stehe am nächsten Morgen früh auf, um den schönsten Moment zu erleben, und umrunde dann am zweiten Tag die drei westlichen Seen – Sai, Shoji und Motosu –, wo es weniger Menschen gibt und die Landschaft deutlich wilder wirkt. Außerdem enthält die Route den Teil, der meiner Meinung nach für viele am wichtigsten ist: Wie teilt man die Kosten für das Zimmer fair auf? Denn bei dieser Reise ist nicht die Zugfahrt der größte Ausgabenposten, sondern diese eine Übernachtung.
Warum der Herbst die beste Jahreszeit für eine Übernachtung ist
Der Herbst in der Region der Fuji Five Lakes bringt zwei Dinge zusammen. Das erste ist die Herbstfärbung: rote Ahornblätter, goldene Ginkgobäume und am Nordufer des Lake Kawaguchi Reihen von Japanischem Blutgras, das sich von Grün zu Bordeauxrot verfärbt. Das zweite ist die Sicht. Die Herbstluft enthält weniger Feuchtigkeit, und der Nordwestmonsun beginnt einzusetzen. An klaren Tagen erscheint der Berg dadurch so scharf umrissen, dass er beinahe unwirklich aussieht.
Die Hauptsaison für die Herbstfärbung rund um die Seen liegt gewöhnlich zwischen der zweiten Oktoberhälfte und Mitte November. Der genaue Zeitpunkt variiert jedoch je nach Höhenlage und von Jahr zu Jahr beträchtlich. Lake Yamanaka liegt höher, daher beginnt die Laubfärbung dort im Allgemeinen etwa eine Woche früher als in Kawaguchi. Veranstaltungen zur Herbstfärbung in Kawaguchiko finden meist von Anfang bis Mitte November statt und umfassen häufig abendliche Illuminationen. Bevor du dich auf deine Reisedaten festlegst, solltest du jedoch die offizielle Website der Stadt oder des örtlichen Tourismusverbands prüfen – Preis und Besucherandrang können völlig anders ausfallen, wenn du an einem besonders beliebten Wochenende buchst.
Noch etwas, das nur wenige einplanen: Vor Sonnenaufgang ist es im Herbst ausgesprochen kalt. Wenn du um halb sechs morgens am Seeufer stehen und darauf warten möchtest, dass das erste Licht den Gipfel erreicht, solltest du dich so ausrüsten, als würdest du den Winter in Tokio verbringen. Die Seen liegen deutlich höher als der Meeresspiegel, der Wind weht ungehindert über das Wasser, und du wirst eine ganze Weile stillstehen.
An welchem See solltest du übernachten: Kawaguchi oder Yamanaka?
Diese Entscheidung prägt die gesamte Reise, daher lohnt es sich, sie ausführlich zu besprechen.
Lake Kawaguchi: praktisch, voll und mit großer Auswahl
Kawaguchi verfügt über die beste touristische Infrastruktur der fünf Seen. Der Bahnhof Kawaguchiko ist der Endpunkt der Fujikyuko Line und die Ankunftsstation für die meisten Fernbusse aus Tokio. Sobald du aussteigst, befindest du dich also mitten im Geschehen. Rund um den See gibt es eine große Preisspanne: Gästehäuser für Alleinreisende, Hotels der mittleren Kategorie und gehobene Ryokan mit Onsen und direktem Blick auf den Berg. Busse umrunden den See regelmäßig, sodass du problemlos ohne Auto auskommst.
Der Nachteil ist, dass Kawaguchi voll ist. An Wochenenden während der Herbstlaubsaison kann es am Nordufer zu Staus kommen, und an beliebten Fotospots stehen die Stative mitunter in langen Reihen. Wenn du Ruhe und Abgeschiedenheit bevorzugst, ist das ein echter Nachteil.
Lake Yamanaka: weitläufig, hoch gelegen und ruhiger
Yamanaka ist der flächenmäßig größte und zugleich der höchstgelegene der fünf Seen. Die Atmosphäre ist hier völlig anders: Das Seeufer wirkt weit und offen, lange Spazierwege kommen ohne Geschäfte aus, und weil der See so groß ist, bleibt das Wasser in geschützten Buchten oft ruhig – ideale Bedingungen für Spiegelungen des „umgedrehten Fuji“.
Yamanaka wird außerdem häufig als guter Ort erwähnt, um den Sonnenauf- oder -untergang direkt über dem Gipfel zu beobachten – je nach Standort meist irgendwann von Mitte Herbst bis in den Winter hinein. Die genaue Zeit variiert je nach Aussichtspunkt. Wenn du genau diese Szene erleben möchtest, solltest du deshalb den Zeitplan auf der offiziellen Website des Dorfs Yamanakako prüfen, statt dich auf einen allgemeinen Artikel zu verlassen.
Die Nachteile: Es gibt weniger Unterkünfte als in Kawaguchi, der öffentliche Nahverkehr fährt seltener, und am frühen Morgen ist es spürbar kälter.
Die einfache Entscheidungshilfe
Wenn du zum ersten Mal in der Region bist, öffentliche Verkehrsmittel nutzt und am zweiten Tag zu den drei westlichen Seen weiterfahren möchtest, solltest du in Kawaguchi übernachten. Logistisch ist das deutlich einfacher, da Busse nach Sai, Shoji und Motosu alle am Bahnhof Kawaguchiko abfahren.
Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, als Paar reist und Ruhe sowie schöne Fotos wichtiger findest als Bequemlichkeit, wählst du Yamanaka und fährst am zweiten Tag durch Kawaguchi auf die Westseite. Das bedeutet etwa dreißig bis vierzig Minuten zusätzliche Fahrzeit, beschert dir aber einen deutlich angenehmeren Abend und Morgen.
Tag 1: Zum See fahren und das Licht am Nachmittag genießen
Wann du Tokio verlassen solltest
Der Fernbus von Shinjuku zum Bahnhof Kawaguchiko braucht bei wenig Verkehr etwa zwei Stunden und kann an Wochenenden in der Hauptsaison deutlich länger unterwegs sein. Meist ist er die günstigste und einfachste Option, da du nicht umsteigen musst. Mit der Bahn fährst du mit der JR Chuo Line bis Otsuki Station und steigst dort in die Fujikyuko Line um. Das ist etwas langsamer, aber weniger anfällig für Verkehrsstaus. Besonders schön ist die Fahrt mit der Fujikyuko Line, die durch den Ort führt, während der Berg langsam draußen am rechten Fenster erscheint.
Du musst nicht die allererste Verbindung nehmen. Ein Bus am späten Vormittag ist vernünftig: Du kommst am frühen Nachmittag an, lässt dein Gepäck in der Unterkunft oder einem Schließfach am Bahnhof und kannst dann loslegen.
Nachmittag: das Nordufer des Lake Kawaguchi
Verbringe den Nachmittag am Nordufer. Von dieser Seite aus hast du einen direkten Blick über den See auf den Berg, außerdem konzentriert sich hier die schönste Herbstlandschaft. Der Oishi Park am Nordufer bietet saisonale Blumenbeete und Sträucher. Der Blick von dort über den See ergibt das klassischste Motiv der Region. Wenn du am Seeufer nach Osten gehst, erreichst du einen Abschnitt mit dicht stehenden Ahornbäumen, die während der Herbstlaubsaison häufig beleuchtet werden.
Wenn du die Aussicht von oben genießen möchtest, bringt dich die Seilbahn zur Aussichtsplattform auf dem Mount Tenjo nahe dem Zentrum von Kawaguchiko. Von dort hast du See und Berg gemeinsam im Bild. Prüfe auf der offiziellen Website die letzte Betriebszeit und den Ticketpreis, da die Herbsttage kürzer sind und der Fahrplan saisonal angepasst wird.
Ein kleiner Tipp zum Licht: Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang beginnt die dem See zugewandte Bergflanke rosa zu leuchten. Das ist der Moment, in dem du stehen bleiben solltest, statt weiterzugehen. Versuche nicht, in dieses Zeitfenster noch eine weitere Sehenswürdigkeit zu quetschen.
Abend: Früh zur Unterkunft zurückkehren
Das möchte ich ausdrücklich betonen: Kehre früh zu deiner Unterkunft zurück. Diese Reise ist nicht zum Kneipenhopping gedacht. Rund um die Seen wird es sehr schnell dunkel, und Restaurants schließen früher, als du vielleicht erwartest – besonders außerhalb des Bahnhofsviertels. Wenn du früh zurückkehrst, hast du Zeit für einen Onsen-Besuch, ein richtiges Abendessen und vor allem ausreichend Schlaf, damit du um fünf Uhr morgens aufstehen kannst, ohne dich völlig miserabel zu fühlen.
Wenn deine Unterkunft ein Abendessen im Kaiseki-Stil anbietet, sind die Essenszeiten normalerweise festgelegt und relativ früh. Frag beim Check-in danach.
Nacht und Morgen: der wertvollste Teil der Reise
So buchst du ein Zimmer mit „Fuji-Blick“, ohne enttäuscht zu werden
Die Bezeichnung „Zimmer mit Blick auf den Mount Fuji“ auf Buchungswebsites gehört zu den am leichtesten misszuverstehenden Angaben. Prüfe einige Dinge, bevor du auf „Buchen“ klickst:
- Frag, ob du den Berg vom Zimmer aus sehen kannst oder nur von einem Gemeinschaftsbereich wie der Lobby, einem Außen-Onsen oder der Dachterrasse. Der Preisunterschied kann erheblich sein, und viele Unterkünfte formulieren ihre Angaben absichtlich vage.
- Achte auf Fotos, die tatsächlich aus dem Zimmerfenster aufgenommen wurden, nicht auf allgemeine Landschaftsfotos aus der Umgebung.
- Etage und Ausrichtung des Fensters sind wichtiger als die Zimmerkategorie. Ein Standardzimmer in einer höheren Etage mit der richtigen Ausrichtung ist oft deutlich besser als ein großes Zimmer in einer niedrigen Etage, dessen Aussicht von Bäumen versperrt wird.
- Wenn das Ryokan über einen Außen-Onsen mit Blick auf den Berg verfügt, frag, wann die Badebereiche für Männer und Frauen getauscht werden. Viele Unterkünfte wechseln sie spät in der Nacht. Wenn du bei Tagesanbruch mit guter Aussicht baden möchtest, musst du das vorher wissen.
- Buche früh. Wochenenden während der Herbstlaubsaison gehören in dieser Region zu den Zeiträumen, die am schnellsten ausgebucht sind.
Wann solltest du aufstehen?
Die einfache Regel lautet: Sei etwa vierzig Minuten vor Sonnenaufgang draußen. Hier geht die Sonne im Herbst gegen sechs Uhr morgens auf, wobei sich die Zeit je nach Monat leicht verschiebt. Prüfe daher die Sonnenaufgangszeit für dein konkretes Datum und rechne zurück.
Die Zeit vor Sonnenaufgang ist tatsächlich die schönste: Der Himmel wechselt von tiefem Blau über Violett zu Orange, der See liegt spiegelglatt da, bevor der Wind auffrischt, und der Berg zeichnet sich als klar definierte Silhouette ab. Wenn die ersten Strahlen dann den Gipfel berühren, färbt sich die Schneekappe für einige Minuten rosa, bevor das Licht den Berg hinunterwandert. Diese wenigen Minuten sind der eigentliche Grund, eine Nacht hier zu bezahlen.
Nimm eine dicke Jacke, Handschuhe und, wenn möglich, eine Thermoskanne mit heißem Wasser mit. Außerdem solltest du ein kleines Tuch zum Abwischen der Linse einpacken, da sich schnell Kondenswasser bildet.
Wenn an diesem Morgen dichter Nebel liegt, solltest du nicht sofort aufbrechen. Der Nebel über den Seen lichtet sich oft schichtweise. Es gibt Morgen, an denen der Berg erst nach sieben Uhr sichtbar wird, sobald sich der tiefe Nebel zurückzieht. Noch eine Stunde zu bleiben und in der Unterkunft Kaffee zu trinken, ist dann oft die richtige Entscheidung.
Tag 2: Die drei westlichen Seen
Das ist der Teil, den die meisten Tagesausflügler nie erreichen – und zugleich der Teil, der die zweitägige Route lohnenswert macht. Die drei Seen Sai, Shoji und Motosu liegen westlich direkt nebeneinander und werden durch den Aokigahara Forest voneinander getrennt. Die Landschaft ist deutlich wilder, mit wesentlich weniger Geschäften und Restaurants.
Fortbewegung vor Ort
Mit dem Auto ist es einfach: Eine Hauptstraße verbindet alle drei Seen, und du kannst die gesamte Strecke ohne Zwischenstopps in etwas mehr als einer Stunde fahren. In Wirklichkeit wirst du ständig anhalten.
Ohne Auto nutzt du das Sightseeing-Bussystem, das am Bahnhof Kawaguchiko abfährt. Eine Route umrundet die Gegend um Saiko, während eine längere Route bis Shojiko und Motosuko weiterfährt. Die Verbindungen sind deutlich seltener als die Busse rund um den Lake Kawaguchi. Fotografiere daher gleich bei deiner Ankunft am Bahnhof den Fahrplan und richte deinen Tag nach einigen wichtigen Abfahrten. Tagespässe für diese Routen werden normalerweise am Schalter des Bahnhofs verkauft. Auf der offiziellen Website des Busunternehmens findest du den konkreten Pass und Preis, da sie saisonal geändert werden.
Lake Sai
Lake Sai ist ruhig und schmal und liegt zwischen bewaldeten Hügeln. Deshalb bildet die Herbstfärbung hier eher einen durchgehenden Farbstrom als nur einige vereinzelte Bäume. Der wichtigste Besuchsort ist das rekonstruierte Dorf mit Strohdächern am Nordwestufer – Häuser im traditionellen Stil, die mit Strohdächern wiederaufgebaut wurden und heute kleine Handwerkswerkstätten beherbergen. Wenn du von dort über den See zurückblickst, kannst du bei klarem Himmel den Berg in der Ferne sehen. An einem Herbstwochentag ist es dort angenehm ruhig.
Zwischen Lake Sai und dem Wald gibt es außerdem eine erhöhte Aussichtsplattform, die du über einen kurzen, aber steilen Anstieg erreichst. Sie eröffnet den Blick über ein Meer aus Bäumen mit dem Berg im Hintergrund. Wenn deine Beine nach dem frühen Aufstehen noch mitmachen, lohnt sich der Aufstieg sehr.
Lake Shoji
Shoji ist der kleinste der fünf Seen und hat außerdem die – meiner Meinung nach – ungewöhnlichste Atmosphäre: klein, still und fast völlig frei von allem außer einigen alten Gasthäusern und der Wasseroberfläche. Fotografen bevorzugen am Nordufer ein berühmtes Motiv: Ein niedriger Hügel liegt direkt vor dem größeren Berg und erweckt den Eindruck, dass ein kleinerer Berg in seinem Mutterberg eingebettet ist.
Du musst nicht lange bleiben. Doch fünfzehn ruhige Minuten am Lake Shoji an einem leeren Herbstmorgen wirst du sehr viel länger in Erinnerung behalten als viele weitaus berühmtere Sehenswürdigkeiten.
Lake Motosu
Motosu ist der tiefste See. Sein Wasser ist so dunkelblau, dass es wie Tinte aussieht. Außerdem ist dieser See auf dem ¥1,000-Geldschein abgebildet. Hol einen Schein heraus und vergleiche die beiden Motive – sie sind nahezu identisch. Der genaue Aussichtspunkt des ursprünglichen Fotos liegt auf einem Pass oberhalb des Sees, den du nach einem längeren Aufstieg erreichst. Der Weg ist nicht besonders schwierig, aber du brauchst geeignetes Schuhwerk und solltest für den Hin- und Rückweg reichlich Zeit einplanen, besonders im Herbst, wenn es früh dunkel wird.
Wenn du nicht wandern möchtest, bietet auch das Seeufer schöne Ausblicke, vor allem am Südostufer, wo sich ein Campingplatz befindet. Das tiefblaue Wasser, die goldenen Bäume und der ferne weiße Berg ergeben ein vollständiges Motiv, ohne dass du noch irgendwo anders hingehen musst.
Die Rückfahrt
Plane rückwärts vom letzten Bus aus. Das Licht am späten Nachmittag im Westen ist wunderschön, aber die Busse fahren selten, und du möchtest nicht nach Einbruch der Dunkelheit an einer leeren Haltestelle stehen. Wenn du öffentliche Verkehrsmittel nutzt, solltest du vor Einbruch der Nacht zum Bahnhof Kawaguchiko zurückkehren und einen Fernbus nach Tokio nehmen – die Abfahrten am späten Nachmittag und Abend bieten normalerweise mehrere Möglichkeiten.
Das Übernachtungsbudget nach Unterkunftskategorie aufteilen
Bei dieser Reise kann eine Übernachtung mehr als die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen. Deshalb lohnt es sich, genau zu rechnen. Die folgenden Angaben sind grobe Schätzungen für eine Nacht und können je nach Wochentag und Hauptsaison stark variieren – ein Herbstlaub-Wochenende kann eineinhalb- bis doppelt so viel kosten wie ein Wochentag. Prüfe den tatsächlichen Preis für deine gewünschten Daten auf der Website der Unterkunft oder den Buchungsplattformen.
Budgetkategorie
Gästehäuser, Hostels, Schlafsäle oder günstige Hotels in der Nähe des Bahnhofs Kawaguchiko. Üblicherweise einige Tausend Yen bis etwa ¥10,000 pro Person und Nacht, im Allgemeinen ohne Mahlzeiten.
In dieser Kategorie gibt es keinen Bergblick vom Zimmer aus, und das ist der wichtigste Punkt. Wenn du in der Nähe des Seeufers übernachtest, kannst du trotzdem früh aufstehen und zum Sonnenaufgang zum Wasser laufen – du bist lediglich fünfzehn zusätzliche Minuten in der Kälte unterwegs. Für Alleinreisende oder Gruppen junger Freunde ist dies die vernünftigste Option: Investiere das gesparte Geld lieber in Mahlzeiten und Transport am zweiten Tag.
Mittlere Kategorie
Hotels am See oder mittelgroße Ryokan mit Zweibett- oder Doppelzimmern, normalerweise inklusive Frühstück und manchmal Abendessen sowie einem Gemeinschaftsbad mit heißem Quellwasser. Preise von über ¥10,000 bis mehr als ¥20,000 pro Person und Nacht sind üblich.
Für die meisten ist dies der beste Kompromiss. In dieser Kategorie kannst du häufig ein Zimmer mit echtem Blick auf den Berg auswählen, und meist gibt es einen Gemeinschaftsbereich zum Baden mit Aussicht über den See. Tipp: Wähle eine Unterkunft, die früh Frühstück serviert, denn im Herbst möchtest du nach der Rückkehr vom Sonnenaufgang essen und nicht auf die Mahlzeit verzichten.
Ryokan-Kategorie mit Bergblick
Traditionelle Ryokan mit einem mehrgängigen Kaiseki-Abendessen, großzügigen Tatami-Zimmern und dem teuersten Extra von allen: einem privaten Außenbad auf dem Balkon mit direktem Blick auf den Berg. Die Preise beginnen bei etwa ¥20,000-something pro Person und Nacht, während die besten Zimmer berühmter Unterkünfte deutlich mehr kosten.
Lohnt sich das? Wenn es sich um einen besonderen Anlass handelt – einen Meilenstein, einen Geburtstag oder den ersten Besuch deiner Familie aus Vietnam in Japan –, dann ja. Du kaufst nicht einfach nur einen Schlafplatz, sondern die Möglichkeit, um halb sechs morgens im warmen Wasser zu liegen, während der Himmel heller wird und der Berg direkt vor dir erscheint, ohne diesen Moment mit jemandem teilen zu müssen. Bei nur einer Nacht ist der Aufpreis gegenüber der mittleren Kategorie oft noch geringer als die Flugkosten für die gesamte Reise.
Einige Grundsätze für die Kostenaufteilung
- Investiere das Geld in eine Nacht. Da du nur eine Nacht bleibst, solltest du das Zimmer um eine Kategorie gegenüber deiner üblichen Wahl aufwerten und den Unterschied durch ein einfaches Mittagessen ausgleichen. Der Unterschied beim Erlebnis ist deutlich spürbar.
- Wochentage sind deutlich günstiger. Wenn du während der Herbstlaubsaison an einem Dienstag oder Mittwoch reist, kannst du möglicherweise für den Preis eines Wochenendes in einer höheren Kategorie übernachten – und hast dabei deutlich weniger Menschen um dich.
- Lies die Regelungen zu den Mahlzeiten sorgfältig. Die Preise von Ryokan werden oft pro Person berechnet und beinhalten zwei Mahlzeiten. Wenn du sie mit einem Hotel vergleichst, das pro Zimmer und ohne Mahlzeiten abrechnet, musst du alle Preise auf dieselbe Grundlage umrechnen, bevor du entscheidest, was tatsächlich günstiger ist.
- Miete bei größeren Gruppen ein ganzes Haus. Für vier oder mehr Personen kann ein Miethaus am See pro Person günstiger sein als ein Hotel. Außerdem habt ihr dort eine Küche und einen gemeinsamen Wohnbereich.
- Buche früh mit einem späten Stornierungstermin. Wähle ein Zimmer mit kostenloser Stornierung bis kurz vor dem Reisedatum und reserviere frühzeitig. Das Herbstwetter ist unberechenbar, und du wirst deine Optionen offenhalten wollen.
Häufige Fehler
Zu viele Orte in den ersten Tag quetschen. Du musst nicht jedes Museum rund um den Lake Kawaguchi besuchen. Bei dieser Reise dreht sich alles um zwei Momente – das Licht am Nachmittag des ersten Tages und der Sonnenaufgang am zweiten Tag. Alles andere ist zweitrangig.
Den Fahrplan der Busse in den Westen nicht prüfen. Das ist der praktische Fehler, der den zweiten Tag am ehesten ruinieren kann. Busse nach Shoji und Motosu fahren selten, und wer einen verpasst, muss unter Umständen sehr lange warten.
Morgens nicht warm genug angezogen sein. Die Temperaturen vor Sonnenaufgang an den Seen liegen deutlich niedriger als in Tokio, und an manchen Morgen nähern sie sich dem Gefrierpunkt. Wenn du mit leichter Kleidung im Wind am Seeufer stillstehst, gibst du auf, bevor der Berg erscheint.
Zu spät buchen. An Wochenenden während der Herbstlaubsaison sind Unterkünfte mit guter Aussicht und vernünftigen Preisen bereits Monate im Voraus ausgebucht.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Fuji Five Lakes im Herbst? Im Allgemeinen von Ende Oktober bis Mitte November, wobei der genaue Zeitpunkt je nach Höhenlage und von Jahr zu Jahr variiert. Seen in höheren Lagen wie Yamanaka färben sich normalerweise früher. Bevor du deine Reisedaten endgültig festlegst, solltest du die Prognosen zur Herbstfärbung und die Ankündigungen auf den offiziellen Websites der örtlichen Behörden prüfen.
Kann ich dieser Route ohne Auto folgen? Ja, wenn du in Kawaguchi übernachtest. Der erste Tag lässt sich vollständig mit Bussen rund um den See gestalten, der zweite mit dem Sightseeing-Bus zu den westlichen Seen. Voraussetzung ist, dass du dich genau an den Fahrplan hältst. Wenn du ohne Auto in Yamanaka übernachtest, musst du am zweiten Tag deutlich mehr Umwege in Kauf nehmen.
Was soll ich tun, wenn beim Aufstehen Nebel liegt? Gib nicht sofort auf. Der Nebel über den Seen lichtet sich häufig schichtweise, und der Berg kann später als erwartet sichtbar werden. Wenn er am späten Vormittag immer noch vollständig verborgen ist, ändere deine Pläne: An einem nebligen Tag sind die westlichen Wälder und Seen auf andere Weise wunderschön, und das Dorf mit den Strohdächern am Lake Sai ist nicht darauf angewiesen, dass du den Berg sehen kannst.
Muss ich in einem Ryokan übernachten? Nein. Für die Qualität der Reise ist entscheidend, ob du bei Sonnenaufgang am Seeufer stehst, nicht wo du schläfst. Ein Gästehaus zehn Gehminuten vom Wasser entfernt kann dir denselben Moment ermöglichen. Ein Ryokan macht das Erlebnis besonderer, ist aber keine Voraussetzung.
Wie sollte ich die Route mit kleinen Kindern oder älteren Menschen anpassen? Lass den Aufstieg zum Pass mit Blick auf den Lake Motosu und den erhöhten Aussichtspunkt nahe dem Lake Sai aus. Verbringt stattdessen mehr Zeit am Seeufer und im Dorf mit den Strohdächern. Beide Orte sind relativ eben und leicht zu erkunden. Wähle eine Unterkunft mit einem Zimmer mit Bergblick, damit ältere Reisende während der kältesten Tageszeit nicht nach draußen gehen müssen.
Sollte ich zwei Nächte bleiben? Wenn es dein Zeitplan erlaubt, ist das sehr zu empfehlen. Eine zweite Nacht gibt dir eine weitere Chance auf gutes Wetter am Morgen – und genau das ist die größte Unwägbarkeit der gesamten Reise. Eine sinnvolle Aufteilung wäre, die erste Nacht in Kawaguchi oder Yamanaka und die zweite Nacht auf der Westseite nahe Shoji oder Motosu zu verbringen. So kannst du an deinem letzten Morgen an einem ruhigen See stehen.
Wie viel kostet die gesamte Reise? Die Zimmerkategorie ist der wichtigste Faktor. Hin- und Rückfahrkarten für den Bus aus Tokio sowie der lokale Transport machen im Vergleich zur Unterkunft normalerweise nur einen kleinen Teil der Kosten aus. Als grobe Schätzung kannst du den Preis für das von dir gewählte Zimmer für eine Nacht nehmen und ungefähr denselben Betrag für sämtliche Transport- und Verpflegungskosten über zwei Tage addieren. Damit erhältst du einen ziemlich guten Richtwert. Prüfe die tatsächlichen Preise direkt, da sie je nach Datum erheblich variieren können.
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