
Ein Herbsttag am Fuß des Fuji: Von Tokio und am Abend zurück
Am Morgen fast 400 Steinstufen hinaufsteigen, um den ersten Schnee der Saison auf dem Gipfel zu sehen, mittags am Kawaguchi-See Hoto essen, nachmittags unter leuchtend roten Ahornkronen spazieren und trotzdem den Abendzug erreichen – mit Alternativplänen für Wetterumschwünge.
12. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 20 Min. Lesezeit
Am Morgen fast 400 Steinstufen hinaufsteigen, um den ersten Schnee der Saison auf dem Gipfel zu sehen, mittags am Kawaguchi-See Hoto essen, nachmittags unter leuchtend roten Ahornkronen spazieren und trotzdem den Abendzug erreichen – mit Alternativplänen für Wetterumschwünge.
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Es gibt einen Moment, den jeder, der an einem frühen Novembermorgen jede einzelne Stufe am Arakurayama hinaufgestiegen ist, für immer im Gedächtnis behält: Man atmet schwer, das Unterhemd klebt bereits schweißfeucht am Körper, obwohl draußen nur etwa 5–6 Grad herrschen, und dann dreht man sich um – und vor einem steht der Fuji, dessen erste Schneedecke der Saison im Sonnenlicht leuchtet. Darunter befindet sich die zinnoberrote fünfstöckige Pagode, umgeben von flammend roten Ahornbäumen. Ich war in drei verschiedenen Herbsten dort. Einmal war alles vollständig in Nebel gehüllt, ein anderes Mal konnte ich nur die untere Hälfte des Berges sehen, und einmal war die Aussicht so perfekt, dass ich mich ganze zehn Minuten auf die Steinstufen setzen musste, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich genügend Fotos davon machen sollte.
Das Kuriose ist, dass ich alle drei Male zur gleichen Uhrzeit aus Tokio losfuhr und dieselbe Route nahm. Der Unterschied lag im Wetter – etwas, das man nicht kontrollieren kann – und darin, ob man einen Plan B hat. Das hingegen liegt ganz in der eigenen Hand. Viele Vietnamesen, die in Japan leben, haben nur einen freien Tag pro Woche, können nicht über Nacht in Kawaguchiko bleiben und können nicht einfach „auf einen schöneren Tag warten“. Dieser Artikel ist genau für diese Situation gedacht.
Im Folgenden stelle ich eine Tagesroute vor, die ich im Laufe der Zeit immer wieder gemacht und verfeinert habe: Am Morgen geht es hinauf zum Arakurayama, um die Kombination aus Pagode, Schnee und Herbstlaub zu fotografieren, mittags zurück nach Kawaguchiko zum Essen und für einen Spaziergang am See, nachmittags durch den Ahornkorridor am Fluss entlang und abends mit dem Zug zurück nach Tokio, bevor die Müdigkeit überhandnimmt. Ich habe außerdem konkrete Uhrzeiten, wichtige Fristen und Möglichkeiten zur Anpassung bei Wetterumschwüngen aufgenommen – denn in der Fuji-Region sind plötzliche Wetterwechsel völlig normal.
Warum Ende Oktober bis Mitte November das „goldene Zeitfenster“ ist
Der Reiz dieser Reise besteht darin, dass man zwei Dinge gleichzeitig erleben möchte: den ersten Schnee der Saison auf dem Berggipfel und rote Ahornblätter an seinem Fuß. Diese beiden Anblicke überschneiden sich jedoch nicht immer.
Wann kommt der erste Schnee?
Die erste Schneedecke des Jahres auf dem Gipfel – auf Japanisch hatsukansetsu genannt – wird gewöhnlich Anfang Oktober verzeichnet. „Gewöhnlich“ bedeutet allerdings nicht garantiert: 2024 war die Saison rekordverdächtig spät, und auf dem Fuji fiel tatsächlich erst Anfang November Schnee. Unzählige Menschen, die in jenem Jahr im Oktober zu Besuch waren, konnten nur einen kahlen, bräunlich grauen Berg fotografieren. Wenn der Schnee für dich Priorität hat, bist du mit einem Termin gegen Ende dieses Zeitfensters also auf der sicheren Seite.
Rotes Herbstlaub am Fuß des Berges
Rund um den Kawaguchi-See und Fujiyoshida erreichen die Ahornbäume gewöhnlich von Anfang bis Mitte November ihren Höhepunkt – etwa zwei oder drei Wochen später als in Nikko oder höher gelegenen Bergregionen. Am Arakurayama beginnt die beste Zeit meist etwas früher als am Seeufer. Mit anderen Worten: In der ersten und zweiten Novemberwoche ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, Schnee und rotes Laub gemeinsam in einem Bild festzuhalten. Der genaue Zeitpunkt variiert von Jahr zu Jahr. Bevor du dich auf ein Datum festlegst, solltest du deshalb die Herbstlaub-Prognose und die Ankündigungen auf der offiziellen Website der Stadt Fujikawaguchiko prüfen.
Am frühen Morgen ist der Berg am besten zu sehen
Das ist der wichtigste Punkt im gesamten Artikel. Um die Mittagszeit und am Nachmittag ist der Fuji oft von Wolken verborgen, wenn Feuchtigkeit aufsteigt und sich an den Hängen sammelt. Im Herbst und Winter ist die Luft trockener, und die beste Sicht auf den Berg hat man von Sonnenaufgang bis etwa 9–10 Uhr morgens. Deshalb steht Arakurayama bei dieser Route am Vormittag auf dem Programm und nicht am Nachmittag – wenn du die Reihenfolge umdrehst, halbierst du deine Chancen.
Der grobe Tagesplan
Das ist der Rahmen, den ich verwende; je nach tatsächlichem Fahrplan kannst du ihn anpassen:
| Zeit (ca.) | Aktivität |
|---|---|
| 6:00–6:30 | Abfahrt in Shinjuku (mit dem Zug oder Fernbus) |
| 8:00–8:30 | Ankunft am Bahnhof Shimoyoshida oder an einer Bushaltestelle in Fujiyoshida |
| 8:30–10:30 | Aufstieg zum Arakurayama, Fotos machen und Abstieg |
| 11:00–11:30 | Fahrt zum Bahnhof Kawaguchiko |
| 11:30–13:00 | Mittagessen (Hoto, Soba oder Kaffee mit Bergblick) |
| 13:00–15:00 | Nordufer des Sees: Oishi Park und Museen |
| 15:00–17:00 | Momiji-Korridor am Nashi-Fluss |
| 17:00–18:30 | Illuminationen ansehen (wenn gerade Festivalsaison ist) oder ein Onsen besuchen |
| 18:30–19:30 | Zug/Bus zurück nach Tokio nehmen |
| 21:00–21:30 | Ankunft in Shinjuku |
Das klingt vielleicht vollgepackt, ist aber tatsächlich recht entspannt, weil die einzelnen Stationen nah beieinanderliegen. Der einzige wirklich anstrengende Abschnitt ist der 30-minütige Treppenaufstieg am Morgen.
Morgen: von Tokio zum Arakurayama
Drei Möglichkeiten, die Stadt zu verlassen
Fuji Excursion Limited Express (ab Bahnhof Shinjuku). Das ist die bequemste Variante: Der Zug fährt ohne Umsteigen direkt von Shinjuku nach Kawaguchiko und benötigt etwa 2 Stunden. Alle Plätze sind reserviert, du musst also im Voraus ein Ticket kaufen – einfach einsteigen geht nicht. An Wochenenden mit Herbstlaub-Saison sind die Züge am frühen Morgen schnell ausgebucht; einige Tage im Voraus zu buchen, ist daher am sichersten. Eine einfache Fahrt kostet etwa 4.000 Yen, aber informiere dich selbst noch einmal, da sich Fahrpreise und die Anzahl der täglichen Verbindungen je nach Saison ändern können. Der erste Zug des Tages fährt gewöhnlich kurz nach 7 Uhr morgens in Shinjuku ab.
Die günstige Route: Mit der JR Chuo Line nach Otsuki und anschließend mit der Fujikyu Line weiter. Nimm ab Shinjuku (oder Tokio) einen Schnellzug der Chuo Line zum Bahnhof Otsuki. Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde 15 Minuten bis 1 Stunde 30 Minuten. Dort steigst du in einen Fujikyu-Zug Richtung Shimoyoshida / Fujisan / Kawaguchiko um, der weitere 45–55 Minuten benötigt. Diese Variante ist deutlich günstiger, erfordert keine Sitzplatzreservierung und bietet vor allem frühere Abfahrten als der Fuji Excursion – ideal, wenn du vor 9 Uhr am Arakurayama sein möchtest. Beachte, dass Fujikyu eine private Eisenbahn ist: JR-Tickets und JR-Pässe können für den Abschnitt hinter Otsuki nicht verwendet werden.
Fernbus ab dem Busbahnhof Shinjuku (Busta). Der Bus fährt bei freier Verkehrslage in etwa 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden direkt zum Bahnhof Kawaguchiko und kostet rund zweitausend Yen – normalerweise die günstigste und am wenigsten anstrengende Möglichkeit. Der große Nachteil ist allerdings ebenfalls erheblich: Staus. An stark frequentierten Herbstwochenenden kann die Chuo-Autobahn überlastet sein, und dein Bus kann 30–60 Minuten verspätet ankommen. Früh am Morgen gibt es nur selten Staus. Viele fahren daher mit dem Bus hin und abends mit dem Zug zurück (oder umgekehrt, je nach Verfügbarkeit und Preis der Tickets).
Mein persönlicher Tipp: Wenn ich an einem Samstag oder Sonntag im November unterwegs bin, buche ich immer beide Richtungen im Voraus. Nicht, um Geld zu sparen, sondern um nicht um 6 Uhr abends am Bahnhof Kawaguchiko zu stehen und bei drei aufeinanderfolgenden Abfahrten auf ein „Ausverkauft“-Schild zu starren.
Welchen Bahnhof solltest du für das Arakurayama nutzen?
Der nächstgelegene Bahnhof ist Shimoyoshida an der Fujikyu Line – nicht der Bahnhof Kawaguchiko. Von Shimoyoshida sind es etwa 10–15 Minuten zu Fuß bis zum Fuß des Arakurayama Sengen Park. Wenn du mit einem Fernbus direkt nach Kawaguchiko fährst, kannst du mit dem Fujikyu-Zug etwa 15–20 Minuten zurückfahren. In der Regel musst du am Bahnhof Fujisan umsteigen oder dort warten, da die Züge dort ihre Fahrtrichtung ändern.
Wenn du mit dem Fernbus unterwegs bist, kannst du auch an einer Haltestelle im Raum Fujiyoshida aussteigen und einen lokalen Bus nehmen. Ehrlich gesagt ist es für Erstbesucher aber einfacher, beim Zug zu bleiben.
Die 398 Stufen und die Warteschlangen
Vom Parkeingang bis zur Chureito-Pagode sind es fast 400 Steinstufen. Sie steigen gleichmäßig an und benötigen bei langsamem Tempo etwa 15–20 Minuten. Für Menschen mit Kinderwagen oder alle, die ungern Treppen steigen, gibt es außerdem einen sanfteren, längeren Weg. Dieser ist deutlich gelenkschonender.
Etwas, das nur wenige im Voraus erwähnen: Der beste Fotospot befindet sich nicht direkt an der Pagode, sondern auf der etwas höher gelegenen Aussichtsterrasse. Von dort blickt man hinunter und sieht das Pagodendach sauber unter dem Berg eingerahmt. Die Terrasse ist relativ schmal, und in der Hauptsaison stehen Besucher an, um abwechselnd genau an dieser Stelle zu stehen. Früh loszugehen – und vor 9 Uhr anzukommen – ist die einzige Möglichkeit, 30–40 Minuten Wartezeit zu vermeiden.
Ein paar praktische Hinweise:
- Früh am Morgen ist es hier im Spätherbst deutlich kälter als in Tokio. Ein Unterschied von mehreren Grad ist normal, und der Wind auf dem Gipfel kann schneidend kalt sein. Zieh mehrere Schichten an und nimm eine Mütze sowie dünne Handschuhe mit.
- Die Steinstufen können rutschig sein, wenn es am Vorabend geregnet hat oder starker Tau gefallen ist. Schuhe mit gutem Profil sind unerlässlich; glatte Sohlen oder Sandalen solltest du vermeiden.
- In den vergangenen Jahren musste die Region auf die Überfüllung reagieren und zusätzliche Regeln zu Besucherzahlen und Öffnungszeiten einführen. Sogar über Verwaltungsgebühren wurde diskutiert. Prüfe vor deinem Besuch die neuesten Hinweise auf der offiziellen Website der Stadt Fujiyoshida.
- Dies ist ein Schreinbezirk und kein Filmset. Steig für Fotos nicht auf Geländer oder die Plattform der Pagode – das Personal wird dich darauf hinweisen, und die japanischen Besucher um dich herum werden es bemerken.
Auf dem Rückweg kannst du, wenn noch Zeit bleibt, einen Umweg über die nahe gelegene Honcho Street machen – jene Straße mit dem klassischen Motiv „japanische Stadtstraße mit dem Fuji am Ende“. Bleib auf dem Gehweg und tritt zum Fotografieren nicht auf die Straße; das hat den Anwohnern bereits mehr als genug Ärger bereitet.
Mittag: zurück nach Kawaguchiko, ein sättigendes Essen und das richtige Seeufer
Du solltest versuchen, gegen 11 Uhr morgens am Bahnhof Kawaguchiko anzukommen. Er ist der Verkehrsknotenpunkt der gesamten Region: Fahrkartenschalter, Münzschließfächer, Restaurants und die Abfahrtsstellen der Busse, die um den See fahren, befinden sich alle hier.
Was du essen solltest
Das Gericht, das man in dieser Region unbedingt probieren sollte, ist Hoto – breite Nudeln, die mit Kürbis, Kartoffeln, Pilzen und Gemüse in Miso-Brühe gekocht werden. Das Gericht wird kochend heiß serviert und hält dich bis weit in den Nachmittag warm. Eine Portion kostet gewöhnlich etwa eineinhalb bis zweitausend Yen. Die Region Fujiyoshida ist außerdem für Yoshida Udon bekannt. Die Nudeln sind so bissfest, dass Erstbesucher überrascht sein können, der Preis ist sehr günstig, und viele Restaurants öffnen nur zum Mittagessen und schließen danach für den Tag.
Wenn du am Wochenende unterwegs bist, können beliebte Hoto-Restaurants rund um den Bahnhof um die Mittagszeit lange Warteschlangen haben. Um 11:15–11:30 Uhr früh zu essen oder erst nach 13:30 Uhr zu kommen, ist deutlich entspannter.
Busse rund um den See
Am Bahnhof Kawaguchiko fahren Ausflugsbusse ab, die – je nach Farbe – unterschiedliche Strecken bedienen: Eine Linie umrundet den Kawaguchi-See, eine weitere fährt zum Sai-See und eine andere in Richtung Shojin–Motosu. Du brauchst die Schleife um den Kawaguchi-See; sie hält an den Museen, im Oishi Park und am Momiji-Korridor. Je nach Saison und Strecke fahren die Busse alle 15–30 Minuten.
Für diese Linien gibt es Tageskarten (sowie Zweitageskarten) mit unbegrenzter Nutzung. Wenn du an drei oder mehr Haltestellen ein- und aussteigen möchtest, sparst du mit der Tageskarte fast sicher Geld. Erkundige dich am Schalter des Bahnhofs nach Preis und Gültigkeitsdauer, da beides von Jahr zu Jahr angepasst werden kann.
Das Nordufer: Oishi Park
Wenn der Himmel noch klar ist, solltest du den frühen Nachmittag am Nordufer des Sees verbringen. Der Oishi Park liegt dem Berg auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers zugewandt und ist ein beliebter Ort für das Foto „Fuji-Spiegelung im See“. Im Herbst färbt sich das Zierhirsegras zunächst rot und anschließend braun, während Blumenreihen und Zierbäume den Weg am Seeufer säumen. Der Eintritt in den Park ist kostenlos, und es gibt einen Gastronomiebereich mit Snacks aus regionalen Zutaten.
In der Nähe befinden sich außerdem mehrere kleine Museen, die sich ideal für den Nachmittag eignen: eines widmet sich traditionellen Techniken des Kimono-Färbens und besitzt einen im November besonders schönen Ahornengarten, ein anderes zeigt mechanische Musikinstrumente und einen Blumengarten. Für beide wird ein separater Eintritt erhoben. Öffnungszeiten und wöchentliche Ruhetage variieren je nach Saison, also informiere dich vorher, bevor du sie in deinen Zeitplan aufnimmst.
Wenn Wolken aufziehen und den Berg verdecken – etwas, das nach Mittag häufig passiert –, ärgere dich nicht darüber. Geh früher als geplant zum nächsten Abschnitt der Route weiter, denn der Momiji-Korridor ist unabhängig davon schön, ob du den Berg sehen kannst.
Nachmittag: der Momiji-Korridor am Fluss
Das ist mein Lieblingsteil des gesamten Tages und zugleich der Abschnitt, den viele Tagesausflügler zum Fuji verpassen, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, Aussichtspunkte auf den Berg abzuklappern.
Der Momiji-Korridor (紅葉回廊 – momiji kairo) ist ein Wegabschnitt am Nashi-Fluss am Nordufer des Kawaguchi-Sees. Reife Ahornbäume breiten auf beiden Seiten ihre Äste über dem Weg aus und bilden ein Blätterdach. In der Hauptsaison ist der gesamte Weg in Rot getaucht, das Wasser spiegelt das Laub, und aus bestimmten Blickwinkeln erscheint der Fuji direkt hinter der Ahornkrone – genau die Art von Motiv, die häufig auf japanischen Postkarten zu sehen ist.
Das Herbstlaub-Festival und die Illuminationen
Jedes Jahr etwa von der ersten bis zur mittleren Novemberhälfte findet in der Region ein Herbstlaub-Festival statt. Essensstände säumen den Weg, auf beiden Seiten werden regionale Produkte verkauft, und abends wird das Ahornblätterdach beleuchtet. Die Lichter gehen im November gewöhnlich nach Einbruch der Dunkelheit gegen 16:30–17:00 Uhr an und bleiben bis etwa 21–22 Uhr eingeschaltet. Beginn und Ende des Festivals ändern sich jedes Jahr, je nachdem, ob sich die Blätter früh oder spät verfärben. Prüfe daher vor deinem Besuch unbedingt die offiziellen Ankündigungen.
Eine gute Planung besteht darin, gegen 15:30–16:00 Uhr am Korridor anzukommen. Du hast dann fast eine Stunde Tageslicht, um hindurchzuspazieren und Fotos zu machen, und kannst anschließend bleiben, bis die Illuminationen eingeschaltet werden. Die roten Ahornbäume vor dem tiefblauen Himmel und unter den Lichtern – während der etwa 15–20 Minuten dauernden „blauen Stunde“ nach Sonnenuntergang – ergeben das schönste Motiv des Tages, sogar noch eindrucksvoller als die Aussicht am Morgen.
Noch ein Hinweis zu den Bussen: Während des Festivals wird auf der Seeschleife normalerweise eine zusätzliche Haltestelle in der Nähe des Korridors eingerichtet. Abends fahren die Busse jedoch seltener, und der letzte Bus zurück zum Bahnhof Kawaguchiko kann früher abfahren, als du erwartest. Fotografiere direkt nach dem Aussteigen den Fahrplan der letzten Abfahrt. Das ist der häufigste Fehler bei Tagesausflüglern: Sie verlieren sich in den Illuminationen und stellen dann fest, dass sie für einen ausgesprochen unangenehmen Preis ein Taxi zum Bahnhof nehmen müssen.
Wenn du keine Lust mehr auf Spazieren hast
Nicht weit entfernt führt außerdem eine Seilbahn zu einer Aussichtsplattform auf dem Berg Tenjo. Von dort überblickst du den gesamten See und schaust direkt auf den Fuji. Die Hin- und Rückfahrt dauert einschließlich der Zeit auf der Aussichtsplattform nur etwa 30–45 Minuten. Die Seilbahn fährt nach einem festen Fahrplan und stellt bei starkem Wind den Betrieb ein. Wenn du sie nutzen möchtest, solltest du sie deshalb eher am frühen Nachmittag einplanen und nicht erst am Tagesende.
Abend: ohne Eile zurück nach Tokio
Die allgemeine Regel lautet: Buche dein Rückfahrticket, bevor du morgens Tokio verlässt. Die letzte Abendverbindung an einem Herbstlaub-Wochenende ist die am stärksten ausgelastete des Tages. Wenn keine Sitzplätze mehr frei sind, musst du möglicherweise die gesamte Strecke auf der Fujikyu Line stehen und anschließend in Otsuki auf dem Boden sitzen, während du auf deinen Zug wartest.
- Wenn du mit dem Fuji Excursion zurückfährst: Der letzte Zug des Tages verlässt Kawaguchiko gewöhnlich zu Beginn des Abends. Plane nicht die allerletzte Abfahrt ein, sondern nimm die vorherige, damit du einen Puffer hast, falls der Bus vom Momiji-Korridor verspätet am Bahnhof ankommt.
- Wenn du mit dem Fernbus zurückfährst: Einige Verbindungen verkehren ziemlich spät, aber plane für den Verkehr auf dem Weg nach Tokio zusätzliche 30–60 Minuten ein, besonders am Sonntagnachmittag.
- Wenn du über Otsuki zurückfährst: Das ist die flexibelste Möglichkeit, da die Züge der Chuo Line häufig fahren und keine Reservierung benötigen. Der Nachteil ist, dass du umsteigen musst und etwa 30 Minuten später in Shinjuku ankommst.
Wenn du vor deinem Zug noch 40–50 Minuten Zeit hast, findest du rund um den Bahnhof Kawaguchiko mehrere Restaurants und Souvenirläden. Ein Wein aus Yamanashi oder bergförmige Küchlein aus Bohnenpaste sind sichere Souveniroptionen.
Bei schlechtem Wetter: vier Szenarien und passende Anpassungen
Diesen Abschnitt solltest du besonders aufmerksam lesen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass du ihn brauchst, ist keineswegs gering.
Szenario 1: Der Berg ist von Wolken bedeckt, aber es regnet nicht
Das ist die häufigste Situation. Halte an deinem Plan fest, ändere aber deine Prioritäten. Verkürze die Zeit an Aussichtspunkten wie dem Oishi Park und der Seilbahn und widme dich stattdessen Orten, die für sich genommen sehenswert sind: dem Momiji-Korridor, den Gärten der Museen und den alten Straßen. Rote Blätter können unter einem grauen Himmel sogar satter und gleichmäßiger wirken als bei grellem Sonnenschein.
Ein kleiner Tipp: Die Wolken rund um den Fuji können sich innerhalb weniger Minuten verändern. Geh nicht sofort weiter, wenn alles weiß aussieht – oft habe ich weitere 20 Minuten gewartet und dabei beobachtet, wie ein Teil des Berges zum Vorschein kam. Bevor du losziehst, solltest du mehrere Live-Webcams prüfen, die auf den Berg gerichtet sind, um einzuschätzen, wie dicht die Wolken sind.
Szenario 2: Regen
Die Steinstufen am Arakurayama werden rutschig und die Sicht ist nahezu null, daher lohnt sich der Aufstieg am Morgen nicht. Stattdessen:
- Fahr direkt nach Kawaguchiko und verbringe den Vormittag in den überdachten Museen am Nordufer.
- Besuche das rekonstruierte Dorf mit Reetdächern am Sai-See. Zwischen den alten Häusern im Herbstregen spazieren zu gehen, hat seinen eigenen Reiz, und viele Gebäude können betreten werden.
- Fahr nach Oshino Hakkai: Dort befindet sich eine kompakte Gruppe kristallklarer Quellteiche in der Nähe, die sich schnell besichtigen lässt und auch bei Regen schön ist.
- Verbringe den Nachmittag in einem Onsen mit einem Außenbecken und Blick auf den Berg. In heißem Wasser zu liegen, während der Regen fällt, ist auch dann eine wunderbare Art, einen Nachmittag zu verbringen, wenn der Gipfel nicht zu sehen ist.
- Der Momiji-Korridor ist bei leichtem Regen weiterhin begehbar und dann deutlich weniger voll. Nimm einen Regenschirm mit, statt dich nur auf eine dünne Regenjacke zu verlassen.
Szenario 3: Starker Wind oder ein Taifun
Ende Oktober kann die Region noch von Taifunen betroffen sein. Wenn der Wind zunimmt, stellen zuerst die Seilbahn und die Ausflugsboote auf dem See ihren Betrieb ein, danach die Fujikyu Line – sie reagiert ziemlich empfindlich auf Wind und kann den Verkehr vorübergehend aussetzen oder langsamer fahren. Wenn starker Wind oder heftiger Regen vorhergesagt ist, solltest du die Reise am Vorabend absagen und stattdessen ein anderes Ziel in der Nähe von Tokio wählen. Fahr nicht trotzdem los und riskiere, irgendwo festzusitzen: Wenn in einer Bergregion um 19 Uhr der Zugverkehr eingestellt wird, ist das äußerst unangenehm, und ein Taxi zurück nach Tokio ist keine realistische Option.
Szenario 4: Das Wetter ist perfekt und die Menschenmassen sind überwältigend
Das klingt vielleicht wie ein Witz, ist aber eine andere Art von „schlechtem Wetter“. An einem sonnigen Sonntag Anfang November kann es am Arakurayama lange Warteschlangen geben, die Busse auf der Seeschleife können voll sein, und möglicherweise musst du die gesamte Fahrt stehen. Die Lösung besteht darin, zu Fuß zu gehen oder ein Fahrrad zu mieten, statt auf den Bus zu warten – die Straße am Nordufer ist relativ flach, und in der Nähe des Bahnhofs können Fahrräder gemietet werden. Den Besuch des Momiji-Korridors verschiebst du am besten auf später, nachdem die Reisegruppen gegen 16 Uhr aufgebrochen sind.
Ein paar Dinge, die du im Voraus vorbereiten solltest
- Buche deine Hin- und Rückfahrkarten im Voraus, besonders an November-Wochenenden. Das macht den größten Unterschied zwischen einem angenehmen und einem erschöpfenden Tag.
- Bargeld. In der Gegend am See werden Karten und E-Wallets inzwischen deutlich häufiger akzeptiert als früher. Festivalstände, einige kleine Nudelrestaurants und lokale Busse bevorzugen jedoch weiterhin Bargeld.
- Eine IC-Karte funktioniert auf den meisten JR-Abschnitten. Für die Fujikyu Line solltest du dich vorher informieren oder einfach am Schalter ein Papierticket kaufen.
- Kleidung im Zwiebellook. Am Arakurayama ist es morgens kalt, am Seeufer kann es mittags warm und sonnig sein, und am Fluss wird es abends wieder kühl. Eine dünne wasserdichte Windjacke und eine wärmespeichernde Basisschicht reichen aus.
- Eine Powerbank. Kaltes Wetter leert Handyakkus schnell, und du wirst den ganzen Tag Fotos machen und Karten prüfen.
- Münzschließfächer gibt es am Bahnhof Kawaguchiko, doch in der Hauptsaison sind sie oft voll. Mit leichtem Gepäck bist du weiterhin besser unterwegs.
Lohnt sich diese Route?
Ehrlich gesagt: Wenn du zwei Tage hast, solltest du über Nacht in Kawaguchiko bleiben. Der frühmorgendliche Blick auf den See, wenn das Wasser vollkommen ruhig ist und sich der Berg darin spiegelt, ist etwas, das man bei einem Tagesausflug fast nie erwischt.
Wenn du jedoch nur einen Tag hast – und die meisten von uns haben tatsächlich nur einen Tag –, bietet diese Route beinahe alles, was die Region zu bieten hat: das begehrteste Fotomotiv zu einer Zeit, in der die Chancen auf klare Sicht am besten sind, ein richtiges Mittagessen, einen entspannten Nachmittag am See und einen Abend unter roten Ahornblättern. Ich habe diese Route schon oft gemacht, auch an Tagen, an denen ich den Berg überhaupt nicht sehen konnte, und ich habe es noch nie bereut, meinen freien Tag so zu verbringen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich von Tokio aus einen Tagesausflug machen, oder muss ich über Nacht bleiben?
Ja, solange du Tokio vor 7 Uhr morgens verlässt und dein Rückfahrticket bereits gebucht hast. Die gesamte Reisezeit für Hin- und Rückfahrt beträgt etwa 4–5 Stunden, sodass der Rest des Tages für Besichtigungen bleibt. Verzichten musst du lediglich auf den Sonnenaufgang am See und auf die Möglichkeit, „bis morgen zu warten, falls der Berg bewölkt ist“.
Sollte ich den Zug oder den Bus nehmen?
Der Bus ist günstiger und bringt dich direkt zum Bahnhof Kawaguchiko, birgt jedoch das Risiko von Staus. Der Fuji-Excursion-Zug ist teurer, pünktlicher und erfordert eine Sitzplatzreservierung. Eine häufige Strategie besteht darin, früh am Morgen mit dem Bus zu fahren, wenn die Straßen frei sind, und abends mit dem Zug zurückzukehren, wenn auf der Autobahn eher mit Staus zu rechnen ist.
Brauche ich eine Tageskarte für die Busse auf der Seeschleife?
Wenn du dieser Route folgst und mindestens drei Mal ein- und aussteigst (Bahnhof → Oishi Park → Momiji-Korridor → Bahnhof), sparst du mit der Tageskarte normalerweise Geld. Frag bei deiner Ankunft am Schalter des Bahnhofs Kawaguchiko nach.
Ist der Aufstieg zur Chureito-Pagode sehr anstrengend?
Es sind fast 400 Stufen, die gleichmäßig ansteigen. Die meisten Menschen benötigen bei langsamem Tempo 15–20 Minuten, und unterwegs gibt es Möglichkeiten zum Ausruhen. Für alle, die ungern Treppen steigen oder mit kleinen Kindern beziehungsweise einem Kinderwagen unterwegs sind, gibt es einen sanfteren alternativen Weg.
Wann ist das Herbstlaub rund um den Kawaguchi-See am schönsten?
Gewöhnlich von Anfang bis Mitte November, aber je nach Jahr kann sich der Zeitpunkt um mehrere Tage bis zu einer Woche verschieben. Bevor du deine Tickets buchst, solltest du die Laubfärbungsprognose und die Festivalankündigungen auf der offiziellen Website der örtlichen Behörden prüfen.
Was sollte ich auslassen, wenn ich mit kleinen Kindern oder älteren Menschen unterwegs bin?
Lass den morgendlichen Treppenaufstieg aus und nimm stattdessen die Seilbahn zur Aussichtsplattform auf dem Berg Tenjo. So siehst du den Berg und den See ohne körperliche Anstrengung. Der Momiji-Korridor ist flach und für alle geeignet.
Sollte ich bei einer ganztägigen Regenprognose trotzdem nur für einen Tag hinfahren?
Wenn dein Hauptziel darin besteht, den Berg zu fotografieren, solltest du die Reise besser verschieben. Wenn du wegen des Herbstlaubs, eines Onsen-Besuchs und der saisonalen Atmosphäre hinmöchtest, kann es sich trotzdem lohnen. Richte deinen Schwerpunkt einfach auf überdachte Attraktionen und den Momiji-Korridor, der auch ohne Sonnenschein wunderschön ist.
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