
Momiji Matsuri Kawaguchiko – Ein leuchtender Korridor bei Nacht
Tipps für den Besuch des Herbstlaubfestivals am See zu Füßen des Mount Fuji im November: Beleuchtungszeiten, Essensstände, Strategien gegen Menschenmassen und Fototipps für die nachts spektakulär illuminierten Ahornkronen.
12. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 20 Min. Lesezeit
Tipps für den Besuch des Herbstlaubfestivals am See zu Füßen des Mount Fuji im November: Beleuchtungszeiten, Essensstände, Strategien gegen Menschenmassen und Fototipps für die nachts spektakulär illuminierten Ahornkronen.
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Es gibt einen Moment in Fujikawaguchiko, den kein Tagesfoto jemals vollständig einfangen kann: An einem Novembertag Mitte des Monats trittst du gegen sieben Uhr abends aus einem eiskalten Parkplatz ans Bachufer, biegst links ab – und plötzlich liegt ein ganzer Tunnel aus roten Ahornblättern vor dir. Unter den Baumstämmen verborgene Scheinwerfer strahlen nach oben durch Schicht um Schicht zarter Blätter und verwandeln die Ahornkronen in etwas beinahe Durchscheinendes: leuchtend orange-rot, von innen heraus glimmend, wie die Farbe eines Blattes, das man gegen den Abendhimmel hält. Zu deinen Füßen spiegelt der langsam fließende Bach die gesamte Szene in einem schimmernden Band, das sich über Hunderte von Metern erstreckt.
Das ist der Momiji Corridor (もみじ回廊) beim Fujikawaguchiko Autumn Leaves Festival – dem Fujikawaguchiko Momiji Matsuri, dem größten jährlichen Herbstereignis rund um den Lake Kawaguchi. Bemerkenswert ist, dass die meisten vietnamesischen Besucher der Fuji Five Lakes im Herbst nur tagsüber kommen: Sie fotografieren den Mount Fuji mit den Ahornbäumen im Oishi Park, essen Hoto und nehmen um vier Uhr nachmittags einen Bus zurück nach Tokyo – genau bevor der beste Teil des Tages beginnt. Wer den Abend hier verpasst, verpasst den eigentlichen Grund, warum japanische Besucher im November nach Kawaguchiko strömen.
Dieser Artikel widmet sich genau diesem Abend: wann das Festival stattfindet, wo der Momiji Corridor liegt, was es im Bereich der Essensstände zu probieren lohnt, wann die Beleuchtung eingeschaltet wird, wie du nachts stressfreier unterwegs bist und vor allem, wie du das leuchtende Herbstlaub am See fotografierst, ohne am Ende einen Stapel verwackelter, gelbstichiger Fotos voller fremder Rücken zu haben. Ich erkläre, welche Tipps allgemein gelten und welche Details du vor der Abreise unbedingt noch einmal auf der offiziellen Website der Stadt Fujikawaguchiko prüfen solltest, da sich Öffnungszeiten und Anordnung der Stände von Jahr zu Jahr ändern.
Was für ein Fest ist das Fujikawaguchiko Momiji Matsuri?
Dieses Herbstfest wird von der Stadt Fujikawaguchiko organisiert und konzentriert sich auf das Nordufer des Lake Kawaguchi, in der Nähe der Kawaguchiko Ohashi Bridge und des Fujikawaguchiko Museum of Art. Das Zentrum des Festivals bildet der kleine Nashigawa Stream, der in den See mündet. An beiden Ufern wachsen dicht gedrängt alte Ahornbäume. Dieser Abschnitt wird „Herbstlaubkorridor“ genannt, weil sich die Baumkronen über dem Kopf zu einem Bogen schließen.
Im Gegensatz zu vielen Schreinfesten und Tempelfesten gibt es beim Momiji Matsuri weder Prozessionen noch religiöse Zeremonien. Es ist eher ein nächtlicher Herbstmarkt: Lokale Händler säumen den Weg, Besucher spazieren mit heißen Getränken in der Hand unter den Blättern hindurch, und gelegentlich gibt es kleine Aufführungen oder Spezialitätenstände aus benachbarten Regionen. Tagsüber ist dieselbe Gegend außerdem ein wunderschöner Aussichtspunkt auf den Mount Fuji. Bei klarem Himmel kannst du den ersten Schnee auf dem Gipfel hinter den roten Ahornkronen sehen – eine der ikonischsten Herbstszenen Japans.
Der größte Vorteil: Wie es seit vielen Jahren üblich ist, sind der Eintritt in das Festivalgelände und der Besuch des Momiji Corridor kostenlos. Du zahlst lediglich für Anfahrt, Parken sowie Essen und Getränke. Gerade weil der Besuch kostenlos und das Fest so bekannt ist, wird es allerdings voll – an Wochenenden sogar extrem voll.
Wann das Festival stattfindet und wann das Laub am schönsten ist
Das Festival dauert normalerweise etwa drei Wochen im November. Viele Jahre lang fand es meist vom Monatsanfang bis ungefähr zum 23. November statt und fiel damit mit dem Labor Thanksgiving Day zusammen. Beginn und Ende ändern sich jedes Jahr leicht. Prüfe daher vor der Buchung deiner Tickets die offizielle Website der Stadt Fujikawaguchiko oder die Tourismus-Website der Präfektur Yamanashi.
Die beste Zeit für das Herbstlaub stimmt nicht immer mit den Festivaldaten überein. Rund um den Lake Kawaguchi gilt ungefähr folgender Zeitplan:
- Anfang November: Das Laub beginnt sich gerade erst zu verfärben, viel Grün mischt sich noch mit Gelb. Die Farben sind weniger intensiv, dafür ist es deutlich ruhiger.
- Mitte bis etwa zwei Drittel des Novembers: In den Höhenlagen rund um den See herrscht normalerweise Hochsaison für die Laubfärbung. Dann „brennt“ der Momiji Corridor tatsächlich rot.
- Nach dem 23.–25. November: Die Blätter beginnen schnell zu fallen, besonders nach einer windigen oder regnerischen Nacht. Der rote Blätterteppich am Boden ist auf seine eigene Art wunderschön, doch die Krone über dir wird bereits lichter.
Was viele übersehen: Die Höhenlage entscheidet über alles. Die Gegend rund um die 5th Station des Mount Fuji verfärbt sich ab Oktober, während höher gelegene Seen wie Yamanaka und Motosu normalerweise einige Tage früher rot werden als der Lake Kawaguchi. Wenn du früh unterwegs bist und die Gegend um den Lake Kawaguchi noch grün ist, fahr höher hinauf. Wenn du spät kommst und das Laub am See bereits gefallen ist, fahr tiefer in Richtung Kofu oder in die südlichen Täler.
Der Momiji Corridor – das Herz des Abends
Der Momiji Corridor verläuft am Nashigawa Stream am Nordufer des Sees, in der Nähe des Museum of Art. Er ist nicht lang – gemütlich kannst du ihn in nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten durchqueren –, aber unglaublich dicht bewachsen. Hunderte Ahornbäume stehen auf beiden Seiten des Bachs eng beieinander; ihre Äste greifen ineinander und bilden einen Bogen. Tagsüber ist der Abschnitt schon schön. Nachts jedoch, wenn die Beleuchtung von unten nach oben strahlt, werden die zarten Blätter durchscheinend und der gesamte Korridor verwandelt sich in eine glühende Farbfläche.
Der typische Aufbau umfasst drei Bereiche, die du kennen solltest, damit dir nichts entgeht:
- Der Hauptkorridor am Bach – hier sind die Ahornkronen am dichtesten und die Beleuchtung am stärksten; außerdem drängen sich hier die meisten Menschen. Dies ist der wichtigste Fotospot.
- Der Bereich mit den Essensständen – normalerweise am Anfang des Korridors, nahe dem Parkplatz und dem Seeufer.
- Das äußere Seeufer – nur wenige Dutzend Meter entfernt. Lass diesen Abschnitt nicht aus: Mit dem Rücken zum Korridor siehst du die dunkle Oberfläche des Sees, die Lichter des gegenüberliegenden Ufers als Spiegelungen im Wasser und bei klarem Himmel die gewaltige dunkle Silhouette des Mount Fuji vor dem Sternenhimmel. Viele konzentrieren sich ausschließlich auf den Korridor und gehen, ohne jemals zum See hinauszulaufen.
Jenseits des Hauptkorridors gibt es am Nordufer außerdem einen weiteren, von Ahornbäumen gesäumten Straßenabschnitt, der oft „Momiji Tunnel“ genannt wird und weiter westlich in Richtung Oishi Park liegt. Dieser Abschnitt lässt sich tagsüber beim Durchfahren mit dem Auto oder Fahrrad am besten genießen. Nachts ist er fast vollständig unbeleuchtet – verwechsle die beiden Orte also nicht, wenn du die Karte prüfst.
Beleuchtungszeiten und Planung des Abends
Als Faustregel gilt: Die Beleuchtung wird etwa zum Sonnenuntergang (im November gegen 17 Uhr) eingeschaltet und bleibt bis ungefähr 21–22 Uhr an, während der Bereich mit den Essensständen normalerweise früher schließt. Die genauen Zeiten ändern sich von Jahr zu Jahr. Ich empfehle, noch einmal die offizielle Website zu prüfen, da die Beleuchtung in manchen Jahren früher ausgeschaltet wurde.
Wichtiger als die exakten Zahlen ist der Rhythmus des Abends. Wenn du nur einen Abend hast, geh so vor:
- Komm etwa 45 Minuten vor Sonnenuntergang an. Dann bleibt genug Zeit zum Parken, für einen Rundgang bei Tageslicht zur Suche nach guten Blickwinkeln und zum Essen, bevor es an den Ständen voll wird.
- Bleib während der „blauen Stunde“ – den 20–30 Minuten nach Sonnenuntergang, wenn die Beleuchtung bereits eingeschaltet ist, der Himmel aber noch tiefblau leuchtet. Dies ist die schönste Zeit des Tages und zugleich die einfachste zum Fotografieren, weil der Kontrast zwischen Himmel und Lichtern noch nicht zu stark ist.
- Iss erst danach an den Ständen, wenn es vollständig dunkel ist, und kehre später am Abend ein zweites Mal zum Korridor zurück – normalerweise nach 20 Uhr. Dann haben sich die Menschenmengen merklich gelichtet und du kannst Fotos ohne Personen aufnehmen.
Der häufigste Fehler ist, um 19 Uhr anzukommen. Dann hast du die blaue Stunde verpasst und gerätst direkt in die größte Menschenmenge.
Der Bereich mit den Essensständen: Was du essen und kaufen solltest
Dieser Teil sorgt dafür, dass sich der Abend in jeder Hinsicht „warm“ anfühlt. In Höhenlagen über 800 m sinken die Temperaturen im November nach Sonnenuntergang schnell, und ein heißes Getränk in den Händen kann das Erlebnis völlig verändern.
An den Ständen findest du häufig folgende lohnenswerte Optionen:
- Hoto (ほうとう) – Yamanashis Spezialität: breite Nudeln, die in Miso mit Kürbis, Kartoffeln und Pilzen gekocht werden. Das perfekte Essen für kaltes Wetter. Falls die Festivalstände kein Hoto anbieten, haben die Hoto-Restaurants rund um den See meist noch bis in den Abend geöffnet.
- Frisch Gegrilltes: Fleischspieße, Würstchen, gegrillter Tintenfisch, Kartoffeln mit Butter – die klassische Kost japanischer Nachtmärkte.
- Yamanashi-Wein: Die Präfektur ist Japans größte Weinregion, und auf Herbstfesten gibt es oft Stände mit lokalem Wein im Glas, manchmal auch Glühwein. (Eine Erinnerung an das Offensichtliche: Fahr niemals nach dem Trinken – Japan verhängt extrem strenge Strafen, und auch Mitfahrer im selben Fahrzeug können zur Verantwortung gezogen werden.)
- Amazake, heißer Tee und Kaffee – sichere Optionen für Fahrer und kleine Kinder.
- Spezialitäten zum Mitnehmen: Rosinen, Marmeladen, Shingen Mochi und Holzhandwerk.
Ein paar praktische Hinweise: Viele Händler auf japanischen Festivals akzeptieren ausschließlich Bargeld, und in der Gegend gibt es nur wenige Geldautomaten. Nimm einige Tausend Yen in bar mit, möglichst mit vielen kleinen Scheinen und Münzen. Auch Mülleimer sind äußerst rar. Normalerweise musst du Verpackungen, Spieße und Becher an dem Stand zurückgeben, an dem du sie gekauft hast. Trag dein Essen also nicht zu weit weg.
Nachts unterwegs: der schwierigste Teil und wie du ihn bewältigst
Ganz offen gesagt ist beim Momiji Matsuri nicht die Anreise das Problem, sondern die Rückfahrt. Viele Menschen stecken auf der Straße am Nordufer eine Stunde lang im Stau fest oder verpassen den letzten Bus.
Von Tokyo nach Kawaguchiko
Es gibt zwei gängige Möglichkeiten:
- Fernbus vom Shinjuku Expressway Bus Terminal direkt zur Kawaguchiko Station; ohne Verkehr dauert die Fahrt etwa 2 Stunden. Das ist die günstigste und bequemste Option, aber du musst im Voraus buchen, besonders an Novemberwochenenden – die Tickets sind sehr früh ausverkauft.
- Zug: Nimm den JR bis zur Otsuki Station und steige dort in die Fujikyuko Line zur Kawaguchiko Station um. Die Fahrt kostet mehr als der Bus, ist aber weniger vom Wochenendverkehr abhängig – ein besonders großer Vorteil in dieser Hochsaison.
Von der Kawaguchiko Station geht es mit dem Sightseeing-Bus rund um den See oder mit dem Taxi weiter.
Der Sightseeing-Bus und die Falle mit dem „letzten Bus“
Die Sightseeing-Busse rund um den Lake Kawaguchi – die roten Busse im Retro-Stil – fahren am Nordufer entlang und halten in der Nähe des Museums. Während des Festivals gibt es häufig zusätzliche Haltestellen oder einen dichteren Fahrplan für Besucher der Beleuchtung.
Doch genau hier liegt die größte Falle: Die Sightseeing-Busse rund um den See fahren relativ früh nicht mehr, und der letzte Bus vieler Linien fährt bereits gegen Abend statt bis spät in die Nacht. Du kannst also problemlos hin-, aber nicht mehr zurückkommen. Mach vor dem Aufbruch einen Screenshot des Fahrplans für den letzten Bus deiner geplanten Strecke und hab immer einen Plan B mit einem Taxi. An vollen Wochenenden sind Taxis vor Ort ebenfalls nicht leicht zu bekommen. Speichere eine Ride-Hailing-App oder frag dein Hotel nach der Nummer eines örtlichen Taxiunternehmens.
Autofahrt und Parken
Mit dem eigenen Auto bist du am flexibelsten, besonders wenn du tagsüber mehrere Ziele verbinden möchtest. Für Festivalabende solltest du jedoch Folgendes beachten:
- Die Parkplätze in der Umgebung sind während des Festivalzeitraums kostenpflichtig, und die Zahl der Stellplätze ist begrenzt. Die Gebühr ist normalerweise nicht hoch, ändert sich aber von Jahr zu Jahr. Verlass dich daher auf keinem Blog auf alte Angaben – auch nicht auf diesen.
- Die Straße am Nordufer ist eine schmale zweispurige Straße und am Wochenende zwischen 17 und 19 Uhr vollständig verstopft. Wenn du in diesem Zeitraum ankommst, rechne 30–45 Minuten zusätzliche Fahrzeit ein.
- Tipp: Etwas weiter entfernt zu parken und zu Fuß zu gehen ist oft schneller, als im Schritttempo nach einem Stellplatz direkt am Festivalgelände zu suchen.
- Ende November kann sich nachts auf Bergstraßen und Brückenoberflächen eine dünne Eisschicht bilden. Mietwagen in dieser Gegend sind normalerweise mit Winterreifen ausgestattet. Wenn du spät in der Saison reist, solltest du dies jedoch beim Vermieter bestätigen.
Die stressärmste Option – sofern dein Budget es erlaubt – ist eine Übernachtung in der Nähe des Sees. So kannst du die Beleuchtung genießen, bis sich die Menschenmengen lichten, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Am nächsten Morgen wachst du früh auf und siehst den Mount Fuji im stillen Wasser gespiegelt – eine Szene, die nur am frühen Morgen zu sehen ist.
Tipps für den Abend, aus leidvoller Erfahrung gelernt
Zieh dich wärmer an, als du glaubst zu brauchen. Das ist der wichtigste Rat im gesamten Artikel. Die Tagestemperaturen in Kawaguchiko können im November 15–17 Grad erreichen. Der schöne Sonnenschein führt leicht dazu, dass man die Kälte unterschätzt. Nach Sonnenuntergang fallen die Temperaturen in den einstelligen Bereich, und gegen Monatsende nähern sich manche Nächte 0 Grad. Dazu kommt der Wind vom See, wodurch es sich deutlich kälter anfühlt, als das Thermometer vermuten lässt. Beim Fotografieren stehst du außerdem oft still und erzeugst nicht so viel Körperwärme wie beim Gehen. Eine leichte Daunenjacke, Schal, Strickmütze, Handschuhe (für Touchscreens geeignet) und Wärmepads am Rücken – mit diesem Komplettset wird der Abend deutlich angenehmer.
Trag Schuhe mit gutem Profil. Teile des Weges am Bach sind feucht, mit Laub bedeckt und im Dunkeln extrem rutschig. High Heels sind eine sehr schlechte Idee.
Meide die vollsten Zeiten und Tage. Samstagabend ist am stärksten besucht, ebenso die Feiertage um den 23. November. Wenn du flexibel bist, wähle einen Abend unter der Woche – derselbe Korridor, dieselben Lichter, aber du kannst tatsächlich atmen.
Lade deine Akkus vollständig und nimm eine Powerbank mit. Kaltes Wetter entlädt Handy- und Kameraakkus ungewöhnlich schnell. Bewahre die Powerbank in einer Innentasche auf, damit sie warm bleibt.
Bleib nicht nur an einer Stelle. Viele Besucher drängen sich auf den ersten 30 Metern des Korridors und gehen dann wieder. Lauf bis zum Ende und anschließend zurück – die Lichter aus der entgegengesetzten Richtung erzeugen eine völlig andere Atmosphäre.
Toiletten und Sitzgelegenheiten gibt es auf dem Festivalgelände, während der Stoßzeiten musst du jedoch möglicherweise anstehen. Nutze vorher die Anlagen am Bahnhof oder in einem Convenience Store auf dem Hinweg.
Leuchtendes Herbstlaub am Lake Kawaguchi fotografieren
Hier gehen die meisten Besucher enttäuscht nach Hause – nicht, weil die Landschaft nicht wunderschön wäre, sondern weil das Fotografieren von Lichtern unter einer Baumkrone bei Nacht tatsächlich schwierig ist.
Ausrüstung und Einstellungen
- Ein Stativ ist die wertvollste Ausrüstung. Das Licht ist hier deutlich schwächer, als es für die Augen wirkt. Mit einem Stativ kannst du die ISO niedrig halten und Belichtungszeiten von 2–8 Sekunden verwenden, um klare Bilder mit scheinbar durchscheinenden Blattfarben aufzunehmen. Ohne Stativ musst du die ISO erhöhen, wodurch die Fotos verrauscht werden. Hinweis: Die Gegend ist voll, stell dein Stativ also nah am Rand des Weges auf, versperre den Durchgang nicht und pack es nach dem Fotografieren zügig wieder ein.
- Blende: etwa f/5.6–f/8 für Landschaftsaufnahmen, die von vorn bis hinten scharf sind. Wenn du von den Lichtern ausgehende Sterneffekte möchtest, blende weiter ab.
- Weißabgleich: Die Beleuchtung hat hier einen starken Gelbstich. Im Automatikmodus können Fotos leicht trüb-orange wirken. Eine manuelle Verschiebung in einen kühleren Bereich (etwa 3400–4000K) trennt das Rot der Blätter besser vom Gelb der Lichter. Im RAW-Format zu fotografieren macht die spätere Korrektur noch einfacher.
- Miss die hellsten Blattbereiche an und reduziere die Belichtung gegebenenfalls leicht. Ausgefressene Lichter in den Blättern lassen sich nicht wiederherstellen, Schatten dagegen schon aufhellen.
- Schalte den Blitz aus. Der Blitz eines Smartphones reicht nur 3 Meter weit. Dadurch wirken nahe Blätter ausgewaschen und der Hintergrund tiefschwarz; außerdem störst du die Menschen um dich herum.
Vier Bildkompositionen
- Geradeaus durch den Korridor blicken – Stell dich in die Mitte des Weges und rahme die von beiden Seiten zusammenlaufenden, gewölbten Baumkronen ein. Einige entfernte Personen vermitteln ein Gefühl für die Größe.
- Spiegelungen im Bach – Halte die Kamera so nah wie möglich an die Wasseroberfläche. Das langsam fließende Wasser verwandelt die Lichter in weiche Farbbänder. Dies ist oft das beste Foto des gesamten Abends.
- Direkt nach oben zum Himmel fotografieren – Richte ein Weitwinkelobjektiv nach oben und fülle das Bild mit leuchtenden Blättern vor dem schwarzen Himmel. Die Komposition ist abstrakt, aber äußerst eindrucksvoll.
- Geh zum Seeufer hinaus – Dreh dem Korridor den Rücken zu und fotografiere den See mit den Lichtern des gegenüberliegenden Ufers, die sich im Wasser spiegeln. Bei klarem Himmel kannst du die Silhouette des Mount Fuji vor dem Himmel ergänzen. Eine Langzeitbelichtung von 15–30 Sekunden lässt die Seeoberfläche wie einen Spiegel wirken.
Wenn du die klassische Komposition „rote Ahornbäume + Mount Fuji“ möchtest, akzeptiere diese Tatsache: Das ist ein Tagesfoto. Komm früh am Morgen in die Gegend, wenn der Berg am klarsten zu sehen und der See am ruhigsten ist, und kehre nachts für die Beleuchtung zurück. Zwei Besuche, zwei völlig unterschiedliche Arten von Fotos.
Wie sieht es mit Smartphone-Fotos aus?
Das ist problemlos möglich – du musst nur drei Dinge beachten:
- Schalte den Nachtmodus ein und halte das Handy völlig still, während die Kamera herunterzählt. Lehn es an ein Geländer oder einen Baumstamm oder verwende eine kleine Smartphone-Stativklemme (günstig, leicht und das Mitnehmen wert).
- Verwende keinen Digitalzoom. Der Zoom eines Smartphones erzeugt bei wenig Licht hässliche, matschige Bilder. Geh stattdessen näher heran.
- Tippe zum Fokussieren auf die hellsten Blätter und zieh anschließend den Belichtungsregler leicht nach unten. Smartphones versuchen oft, das gesamte Bild gleichmäßig hell zu machen, wodurch das Gefühl verloren geht, dass es tatsächlich Nacht ist.
Ein kleiner, aber wirkungsvoller Trick: Fotografiere während der blauen Stunde statt erst, wenn der Himmel vollständig schwarz geworden ist. Der tiefblaue Himmel bietet dem Smartphone viel mehr Informationen, und das Bild bekommt Tiefe, statt wie ein Fleck aus Lichtern vor schwarzem Hintergrund zu wirken.
Das Festival in die Reiseroute integrieren
Ein Tag ab Tokyo
Es ist möglich, aber du musst die Rückfahrt sorgfältig planen. Nimm einen frühen Bus oder Zug nach Kawaguchiko, verbringe den Tag im Oishi Park und am Nordufer mit Blick auf den Mount Fuji und die Ahornbäume, iss zum Mittag Hoto, entspann dich am Nachmittag in einem Museum oder einem Onsen am See, besuche den Momiji Corridor gegen Abend, iss an den Ständen und fahr anschließend mit einem Abendbus oder -zug zurück. Unbedingt erforderlich: Buche dein Rückfahrticket im Voraus und kenn die genaue Abfahrtszeit des letzten Verkehrsmittels.
Zwei entspannte Tage (empfohlen)
Tag 1: Komm am Nachmittag an, check ein und besuche das Festival am Abend ohne Eile. Bleib, bis sich die Menschenmengen lichten. Tag 2: Steh früh auf, um den Mount Fuji bei Sonnenaufgang im See gespiegelt zu sehen, und wähle anschließend ein weiteres Ziel – die Chureito Pagoda mit ihrer fünfstöckigen Pagode, Oshino Hakkai, die Kachi Kachi Ropeway oder eine Fahrt rund um den Lake Yamanaka und den Lake Saiko –, bevor du am späten Nachmittag zurückfährst. Eine Übernachtung ist die einzige Möglichkeit, sowohl die nächtliche Landschaft als auch die Landschaft bei Sonnenaufgang zu erleben – die beiden schönsten Dinge, die Tagesausflügler immer verpassen.
Ein paar kleine Tipps, die deine Reise retten können
- Prüfe vor der Abreise den Stand der Laubfärbung. Japanische Websites mit Herbstlaubprognosen aktualisieren die Angaben für jedes Gebiet wöchentlich. Ein Unterschied von einer Woche kann darüber entscheiden, ob das Laub „feuerrot“ oder „fast vollständig gefallen“ ist.
- Brich keine Äste ab, betritt keine Blumenbeete und klettere zum Fotografieren nicht auf Böschungen. Die Gegend wird sorgfältig gepflegt, und das Personal wird dich an die Regeln erinnern.
- Drohnen sind rund um das überfüllte Festivalgelände mit ziemlicher Sicherheit verboten. Hol daher keine Drohne heraus.
- Das Wetter in den Bergen ändert sich sehr schnell. Ein Tag kann morgens klar und nachmittags völlig neblig sein. Richte nicht deine gesamte Reise auf eine einzige Bildkomposition aus.
- Alle in diesem Artikel genannten Öffnungszeiten, Parkgebühren und Festivaldaten sind übliche Schätzungen, keine Garantien. Prüfe vor deiner Reise noch einmal die offizielle Website der Stadt Fujikawaguchiko oder besuche das Touristeninformationszentrum an der Kawaguchiko Station. Dort gibt es täglich Personal und aktuelle Flyer, einschließlich der Karte der Essensstände für das jeweilige Jahr.
Häufig gestellte Fragen
In welchem Monat findet das Festival statt und wie lange dauert es?
Normalerweise im November, etwa drei Wochen lang. Viele Jahre dauerte es vom Monatsanfang bis ungefähr zum 23. November. Die genauen Daten werden jedes Jahr bekannt gegeben. Prüfe daher vor der Buchung deiner Tickets die offizielle Website.
Kostet das Festival und die nächtliche Beleuchtung Eintritt?
Der Eintritt war in den vergangenen Jahren normalerweise kostenlos. Die wichtigsten zusätzlichen Kosten entstehen durch das Parken (das während des Festivalzeitraums kostenpflichtig ist) sowie durch Essen und Getränke.
Wann wird die Beleuchtung ein- und ausgeschaltet?
Sie wird normalerweise gegen Sonnenuntergang, im November etwa um 17 Uhr, eingeschaltet und zwischen 21 und 22 Uhr ausgeschaltet. Der Bereich mit den Essensständen schließt früher als die Beleuchtung. Die Zeiten ändern sich von Jahr zu Jahr – bestätige sie vor deinem Besuch.
Wann sollte ich für das beste Erlebnis ankommen?
Komm etwa 45 Minuten vor Sonnenuntergang an. Dann bleibt Zeit zum Parken und Essen, und du kannst direkt nach Sonnenuntergang während der blauen Stunde am richtigen Ort sein – der besten Tageszeit für Fotos. Wenn du weniger Menschen auf deinen Bildern möchtest, komm nach 20 Uhr ein zweites Mal zurück.
Kann ich mit Zug oder Bus von Tokyo aus anreisen, die Beleuchtung ansehen und am selben Tag zurückfahren?
Ja, aber es wird knapp. Du musst dein Rückfahrticket im Voraus buchen und die genaue Abfahrtszeit des letzten Verkehrsmittels kennen. Das größte Risiko besteht darin, dass die Sightseeing-Busse rund um den See früh den Betrieb einstellen und du ohne Rückfahrtmöglichkeit zum Bahnhof am Festivalgelände zurückbleibst. Wenn du nur einen Tagesausflug machst, plane vorsorglich ein Taxi ein.
Kann man den Mount Fuji nachts sehen?
Bei klarem Himmel und Mondlicht ist die Silhouette des Berges vom Seeufer aus recht deutlich zu erkennen. Das klassische Bild „leuchtend rote Ahornbäume + schneebedeckter Mount Fuji“ ist jedoch ein Tagesfoto. Wenn du beides möchtest, solltest du übernachten.
Wird das Festival bei Regen abgesagt?
Da es sich um eine Veranstaltung handelt, die mehrere Wochen und nicht nur eine einzelne Aufführung dauert, wird sie bei Regen normalerweise nicht vollständig abgesagt. Händler können ihre Stände jedoch verkleinern, und starker Wind in Verbindung mit Regen lässt die Blätter schneller fallen. Nach Regen kann der nasse Blätterteppich, der die Lichter reflektiert, auf ganz eigene Weise wunderschön sein.
Ist ein Besuch mit kleinen Kindern oder älteren Menschen problemlos möglich?
Der Weg ist flach und die Strecke kurz, daher ist der Besuch relativ unkompliziert. Die einzigen wirklichen Probleme sind Kälte und Menschenmengen. Zieh dich sehr warm an, wähle einen Abend unter der Woche und meide die Zeit zwischen 18 und 19 Uhr am Wochenende, wenn der Weg völlig überfüllt ist.
Wie viel Bargeld sollte ich mitnehmen?
Viele Festivalstände akzeptieren ausschließlich Bargeld. Nimm einige Tausend Yen für Essen und Parken mit und verlass dich nicht vollständig auf Karten oder elektronische Geldbörsen.
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