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Zum ersten Mal in einem Izakaya: Ein kompletter Guide – von Otoshi und Bestellungen in Etappen bis zum Bezahlen
izakayasakeJapanische Küche

Zum ersten Mal in einem Izakaya: Ein kompletter Guide – von Otoshi und Bestellungen in Etappen bis zum Bezahlen

Zum ersten Mal in einem japanischen Izakaya? Entdecke die Geheimnisse von Otoshi, Bestellungen in Etappen, All-you-can-drink-Nomihoudai, Trinketikette und unkompliziertem Bezahlen.

8. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 6 Min. Lesezeit

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Zum ersten Mal in einem japanischen Izakaya? Entdecke die Geheimnisse von Otoshi, Bestellungen in Etappen, All-you-can-drink-Nomihoudai, Trinketikette und unkompliziertem Bezahlen.

Abend in Japan: Wenn rote Papierlaternen die schmalen Eingänge aus Holz beleuchten, beginnt für Izakayas (居酒屋 – japanische Kneipen) die lebhafteste Zeit des Tages. Ein Izakaya ist weder bloß eine Kneipe noch ein formelles Restaurant – für japanische Angestellte ist es nach Feierabend ein „zweites Wohnzimmer“, ein gemütlicher Ort, an dem Essen und Getränke gleichermaßen im Mittelpunkt stehen und man ruhig etwas lauter lachen darf als sonst. Für internationale Reisende ist ein Izakaya der ideale Ort, um den japanischen Alltag hautnah zu erleben. Wer jedoch zum ersten Mal eines betritt, sollte einige ungeschriebene Regeln kennen, um den Abend selbstbewusst zu genießen.

Otoshi (お通し): Die Vorspeise, die du nicht bestellt hast, aber trotzdem bezahlst

Sobald du Platz genommen hast, bringt das Personal eine kleine Vorspeise – vielleicht Edamame (枝豆 – gedämpfte Sojabohnen), Kartoffelsalat oder geschmorten Fisch –, die du gar nicht ausdrücklich bestellt hast. Das ist Otoshi, in Westjapan manchmal auch Tsukidashi genannt. Es dient sowohl als obligatorische Vorspeise als auch als Tischgebühr des Lokals und kostet normalerweise etwa ¥300 bis ¥500 pro Person (ca. $2–$3.50 USD).

Westliche Touristen halten diese Gebühr beim ersten Besuch oft für einen Abrechnungsfehler und beschweren sich darüber. Otoshi ist jedoch in ganz Japan üblich und allgemein akzeptiert. Stell es dir als eine kleine Servicegebühr vor, die in einen leckeren Happen verwandelt wurde. Viele Lokale sind sogar besonders stolz darauf, ihr Otoshi als kulinarisches Willkommen zu gestalten. Entspann dich einfach und genieße die Vorspeise, während du auf die Hauptgerichte wartest.

In Etappen bestellen: Nicht alles auf einmal ordern

Zum ersten Mal in einem Izakaya: Ein kompletter Guide – von Otoshi und Bestellungen in Etappen bis zum Bezahlen

Anders als bei der Gewohnheit, die gesamte Mahlzeit gleich zu Beginn zu bestellen, gibt man in einem Izakaya im Laufe des Abends nach und nach weitere Bestellungen auf. Üblicherweise beginnt man mit Getränken – „Toriaezu nama!“ („Erst mal ein Fassbier, bitte!“) zu rufen, gehört praktisch zum japanischen Alltag – und dazu mit schnell servierten Kleinigkeiten wie Edamame oder gewürzten Gurken. Danach kannst du dir mit weiteren Bestellungen Zeit lassen: Yakitori (焼き鳥 – gegrillte Hähnchenspieße), Sashimi, Pommes frites, gegrillter Fisch, kalter Tofu und vieles mehr. Bestelle jeweils nur einige Teller, iss sie auf und entscheide dann, worauf du als Nächstes Lust hast.

Izakaya-Gerichte sind zum Teilen gedacht. Die Teller kosten meist zwischen ¥300 und ¥800 (ca. $2–$5.50 USD), also solltest du deine Bestellungen an deinen Appetit anpassen. So vermeidest du Lebensmittelverschwendung und bewahrst zugleich die entspannte, ausgedehnte Atmosphäre der japanischen Trinkkultur. Inzwischen bieten viele moderne Izakayas digitale Tablet-Speisekarten oder Bestellsysteme per QR-Code mit vollständigen englischen Texten und Bildern an, sodass Sprachbarrieren für ausländische Gäste kaum noch eine Rolle spielen.

Nomihoudai (飲み放題): Unbegrenzt trinken innerhalb eines Zeitlimits

Wenn du in einer größeren Gruppe unterwegs bist, wirst du wahrscheinlich auf Angebote für Nomihoudai (飲み放題) stoßen – ein „All-you-can-drink“-Angebot für 90 Minuten oder zwei Stunden. Je nach Lokal und Zeitfenster kostet es normalerweise zwischen ¥1,500 und ¥3,000 pro Person ($10–$20 USD). Während dieses Zeitraums kannst du frei aus einer festgelegten Auswahl bestellen, darunter Fassbier, Sake, Chuhai, Highballs, Cocktails und alkoholfreie Getränke.

Behalte einige wichtige Regeln im Hinterkopf: Beim Nomihoudai müssen normalerweise alle Personen am Tisch teilnehmen, neue Getränke dürfen erst bestellt werden, wenn das aktuelle Glas fast leer ist, und etwa 15 bis 30 Minuten vor Ablauf der Zeit fragt das Personal nach der „letzten Bestellung“. Nomihoudai macht zwar großen Spaß, kann aber leicht dazu führen, dass du schneller trinkst als gewohnt. Denk daran: Im Mittelpunkt steht ein entspanntes Gespräch, nicht die Menge der konsumierten Getränke. Alkoholische Getränke abwechselnd mit Leitungswasser zu trinken, ist ein praktischer Trick, den japanische Angestellte regelmäßig anwenden.

Trinketikette: Schenk anderen ein, aber niemals dir selbst

Zum ersten Mal in einem Izakaya: Ein kompletter Guide – von Otoshi und Bestellungen in Etappen bis zum Bezahlen

In der Izakaya-Kultur gehört ein aufmerksames Trinkritual dazu: Du schenkst deinen Begleitern ein, und sie schenken dir ein. Wenn du bemerkst, dass das Glas einer anderen Person weniger als halb voll ist, greif proaktiv zur Bierflasche oder Sake-Karaffe und schenke nach. Wenn jemand dir einschenken möchte, heb dein Glas mit beiden Händen vom Tisch und nicke leicht als Zeichen deiner Wertschätzung. Sich unter engen Freunden selbst einzuschenken, ist zwar nicht strikt verboten, doch auf die Gläser der anderen zu achten, gilt als Zeichen guter Gastfreundschaft – insbesondere beim Essen mit älteren Personen oder Geschäftskollegen.

Einige weitere Tischmanieren solltest du dir merken: Warte, bis alle am Tisch ein Getränk haben, bevor du zum gemeinsamen „Kanpai!“ („Prost!“) ansetzt, statt schon vorher einen Schluck zu nehmen. Beim Anstoßen mit älteren Personen sollte der Rand deines Glases als Zeichen des Respekts etwas tiefer liegen als ihrer. Steck Essstäbchen niemals senkrecht in eine Schale Reis und reiche Essen nicht direkt von Essstäbchen zu Essstäbchen weiter. Diese Gesten erinnern an japanische Bestattungsrituale und gelten als streng tabu.

Bezahlen: Kein Trinkgeld, sondern an der Kasse

Wenn du bezahlen möchtest, kreuze deine Zeigefinger zu einem „X“ oder sage „Okaikei onegaishimasu“ (お会計お願いします – „Die Rechnung, bitte“). In den meisten traditionellen Izakayas wird an der Kasse nahe dem Ausgang bezahlt und nicht am Tisch. Die Rechnung liegt normalerweise auf einem kleinen Klemmbrett auf dem Tisch oder wird dir auf Nachfrage gebracht. In Japan gibt es kein Trinkgeldsystem. Es ist üblich, genau den Rechnungsbetrag zu bezahlen; zusätzliches Geld kann das Personal verwirren und dazu führen, dass es dir auf die Straße folgt, um dir dein vermeintlich vergessenes Geld zurückzugeben.

Bei Gruppenessen ist es üblich, die Rechnung gleichmäßig unter allen Personen aufzuteilen – das nennt sich Warikan (割り勘). Denk daran, dass viele kleine, traditionelle Lokale ausschließlich Bargeld akzeptieren. Du solltest daher mehrere tausend Yen dabeihaben oder deine Suica- beziehungsweise Pasmo-IC-Karte mit Bargeld aufladen, um deine Ausgaben über den Tag hinweg einfach im Blick zu behalten. Ein typischer, rundum zufriedenstellender Abend im Izakaya kostet pro Person normalerweise zwischen ¥2,500 und ¥4,500 ($17–$30 USD), einschließlich Essen und Getränken.

Ein authentischer japanischer Abend erwartet dich

In einem Izakaya erlebst du, wie Japan seinen formellen Anzug des Tages ablegt: brutzelnde Yakitori-Grills, fröhliche Zurufe quer über die Theke, klirrende Gläser und Meisterköche, die sich mit Stammgästen unterhalten. Solange du daran denkst, dass Otoshi zum Standard gehört, in Etappen zu bestellen, auf die Gläser deiner Begleiter zu achten und Bargeld dabeizuhaben, bist du bestens für einen unvergesslichen ersten Abend gerüstet. Wenn du einen lokalen Guide suchst, der dich durch die faszinierendsten kulinarischen Gassen von Tokyo (東京) oder Osaka (大阪) führt, entdecke unsere Japan Tours by OlaChill oder lies weitere praktische Tipps zum Essen in unserem Blogbereich.

Denk zum Schluss daran, dass das gesetzliche Mindestalter für Alkoholkonsum in Japan bei 20 Jahren liegt. Trink verantwortungsvoll, kenne deine Grenzen und fahre niemals nach dem Konsum von Alkohol – damit jede Erinnerung an dein Izakaya ein schöner Teil deiner Japanreise bleibt.


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