
Chubu-Reiseführer: Takayama, Shirakawa-go, Kanazawa und die Japanischen Alpen
Vollständiger Chubu-Reiseführer: Von Nagoya über das historische Takayama und das Dorf Shirakawa-go bis zum Kenrokuen-Garten in Kanazawa, der Tateyama-Kurobe-Alpenroute und dem Kiso-Tal.
8. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 10 Min. Lesezeit
Vollständiger Chubu-Reiseführer: Von Nagoya über das historische Takayama und das Dorf Shirakawa-go bis zum Kenrokuen-Garten in Kanazawa, der Tateyama-Kurobe-Alpenroute und dem Kiso-Tal.
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Zwischen den beiden Metropolen Tokyo (東京) und Osaka (大阪) gelegen, wird die Region Chubu (中部) im Zentrum von Honshu von Touristen, die mit dem Shinkansen unterwegs sind, nur allzu oft links liegen gelassen. Das ist ein großer Fehler, denn diese Gegend bietet einige der schönsten Motive des „klassischen Japan“: das Reetdachdorf Shirakawa-go (白川郷), die historischen, nach Sake duftenden Straßen von Takayama (高山), den atemberaubenden Kenrokuen-Garten (兼六園) in Kanazawa (金沢) und die gewaltigen Schneemauern entlang der Tateyama-Kurobe-Alpenroute (立山黒部アルペンルート). Dieser Reiseführer hilft dir dabei, all diese Höhepunkte zu einer nahtlosen und unvergesslichen Reise zu verbinden.
Nagoya und das Kiso-Tal – Das südliche Tor

Nagoya (名古屋) ist Japans viertgrößte Stadt und der natürliche Ausgangspunkt für Chubu: Der Chubu Centrair International Airport (中部国際空港) bietet bequeme internationale Flugverbindungen, während der Bahnhof Nagoya (名古屋駅) direkt an der Strecke des Tokaido Shinkansen (東海道新幹線) liegt. In der Stadt selbst findest du die Burg Nagoya (名古屋城) mit ihren ikonischen goldenen Shachihoko-Ornamenten (karpfenartigen Fabelwesen mit Tigerkopf), den Atsuta-Schrein (熱田神宮) – einen der heiligsten Shinto-Schreine Zentraljapans – und eine ganz eigene lokale Esskultur namens Nagoya-meshi. Zu den Spezialitäten gehören hitsumabushi (gegrillter Aal, der in einer Mahlzeit auf drei verschiedene Arten serviert wird, für etwa ¥3,000–¥5,000 / $20–$33 USD), knusprige tebasaki (Hähnchenflügel) und herzhaftes miso nikomi udon, das in Tontöpfen gekocht wird.
Wenn du von Nagoya aus nach Norden in die Berge fährst, erreichst du das Kiso-Tal (木曽谷). Dort verläuft der historische Nakasendo-Weg (中山道), der die Poststädte Magome (馬籠) und Tsumago (妻籠) aus der Edo-Zeit miteinander verbindet. Beide Orte sind äußerst sorgfältig in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Der klassische 8 Kilometer (5 Meilen) lange Weg führt durch üppige Wälder, an sanften Wasserfällen vorbei und entlang charmanter Holzhäuser. Bei gemütlichem Tempo ist er in etwa drei Stunden zu bewältigen. Gepäcktransportdienste zwischen den beiden Dörfern ermöglichen dir eine Wanderung ohne schweres Gepäck. Authentischer lässt sich eine buchstäbliche Zeitreise kaum erleben – und das ganz ohne Filmkulisse.
Takayama und Shirakawa-go – Das Bergland von Hida

Tief in den Bergen von Hida (飛騨) bewahrt Takayama (高山) das historische Viertel Sanmachi Suji (三町筋) mit seinen dunklen Kaufmannshäusern aus der Edo-Zeit. Heute beherbergen diese Gebäude handwerkliche Sake-Brauereien, die an den über ihren Eingängen hängenden Zedernkugeln (sugidama) zu erkennen sind, lokale Misoläden und Garküchen mit gegrillten Spießen aus Hida-Rind (飛騨牛). Dieses weniger bekannte Geschwister des Kobe-Rinds kann es bei Marmorierung und Zartheit durchaus mit ihm aufnehmen. Das Angebot reicht von einfachen Spießen für einige hundert Yen ($3–$5 USD) bis zu üppigen Steakmenüs mit mehreren Gängen für mehr als ¥10,000 ($67 USD). Jeden Morgen öffnen gegen 7:00 AM zwei lebhafte Märkte – der Miyagawa Morning Market (宮川朝市) und der Jinya-mae Morning Market (陣屋前朝市) – und verkaufen frische Produkte aus den Bergen sowie regionales Kunsthandwerk von Bauern aus der Umgebung. Wenn du Mitte April oder Mitte Oktober kommst, kannst du das berühmte Takayama Festival (高山祭) erleben. Dabei ziehen kunstvoll geschnitzte und mit Blattgold verzierte Festwagen durch die Straßen – eine der schönsten Prozessionen Japans.
Etwa 50 Minuten mit dem Expressbus von Takayama entfernt liegt Ogimachi Village (荻町) in Shirakawa-go (白川郷), die größte noch erhaltene Ansammlung von gassho-zukuri-Bauernhäusern (合掌造り). Die ikonischen, steil geneigten Reetdächer erinnern an zum Gebet gefaltete Hände und schützen die Häuser vor den heftigen Schneefällen im Winter. Viele der Gebäude sind über 250 Jahre alt und gehören zum UNESCO-Welterbe. Der Aufstieg zum Shiroyama Viewpoint (城山展望台) wird mit einem Panoramablick über das gesamte, wie ein traditionelles Tuschebild im Tal liegende Dorf belohnt. Besonders magisch wirkt es, wenn es von Januar bis Februar unter einer Schneedecke liegt. Profi-Tipp: Komm vor 9:00 AM oder nach 3:00 PM, um den größten Reisebusmassen auszuweichen, reserviere deine Plätze im Highway-Bus weit im Voraus und verbringe nach Möglichkeit eine Nacht in einem authentischen gassho-Bauernhaus (etwa ¥10,000–¥15,000 / $67–$100 USD pro Person inklusive hausgemachtem Abendessen).
Kanazawa und die Tateyama-Kurobe-Alpenroute

Kanazawa (金沢) war während der Edo-Zeit die zweitreichste Feudalherrschaft Japans und blieb auf wundersame Weise von den Zerstörungen des Krieges verschont. Dadurch ist ihr reiches kulturelles Erbe bis heute erhalten: das Samurai-Viertel Nagamachi (長町武家屋敷跡), das Geisha-Viertel Higashi Chaya (東茶屋街) mit seinen dunklen Teehäusern und vor allem der Kenrokuen-Garten (兼六園). Er gilt als einer der „Drei großen Gärten Japans“ und ist berühmt für die steinerne Kotoji-toro-Laterne am Teich sowie die kegelförmigen Seilverspannungen yukitsuri, die im Winter die Kiefern vor der Schneelast schützen. Die Stadt produziert außerdem mehr als 90% von Japans Blattgold. Unbedingt probieren solltest du daher ein Softeis, das mit einem ganzen Blatt essbarem Gold umhüllt ist. Außerdem gibt es den 300 Jahre alten Omicho Market (近江町市場), wo du für etwa ¥2,000–¥3,500 ($13–$23 USD) üppige kaisendon (Reisschalen mit Meeresfrüchten) genießen kannst. Der Hokuriku Shinkansen (北陸新幹線) verbindet Tokyo und Kanazawa in gerade einmal etwa 2.5 Stunden.
Von Toyama (富山), das direkt neben Kanazawa liegt, führt die Tateyama-Kurobe-Alpenroute (立山黒部アルペンルート) über die Nördlichen Japanischen Alpen bis nach Nagano (長野). Dabei kommt eine nahtlose Kombination aus Seilbahnen, Trolleybussen, Pendelbahnen und Bergbahnen zum Einsatz, die Höhen von fast 2,500 Metern (8,200 Fuß) erreicht. Der spektakulärste Höhepunkt ist die „Schneemauer“ im Yuki-no-Otani-Canyon (雪の大谷): eine durch gewaltige Schneewände verlaufende Straße, die bis zu 20 Meter hoch sein kann und von Mitte April bis Juni geöffnet ist. Im Sommer und Herbst lässt der gewaltige Kurobe Dam (黒部ダム) Wassermassen ab, die vor der dramatischen Bergkulisse leuchtende Regenbögen erzeugen. Die gesamte Route ist von Mitte April bis Ende November geöffnet. Tickets für die komplette Strecke kosten je nach gewähltem Abschnitt ungefähr ¥9,000–¥13,000 ($60–$87 USD).
Beste Reisezeit
Chubu hat zwei ausgeprägte Hauptreisezeiten. Der späte Frühling (Mitte April bis Juni) bringt die spektakuläre Öffnung der Schneemauern von Tateyama, spät blühende Kirschblüten in den höheren Berglagen und das farbenfrohe Takayama Spring Festival. Damit ist dies das ereignisreichste Zeitfenster für Besichtigungen. Der Winter (Dezember bis Februar) ist ideal für Fotografiebegeisterte, die verschneite Postkartenmotive von Shirakawa-go und den kegelförmigen yukitsuri-Seilen des Kenrokuen suchen. Allerdings musst du dich auf eisige Temperaturen einstellen und Fernbusse weit im Voraus reservieren.
Der Herbst (Ende Oktober bis Mitte November) verzaubert mit einer eindrucksvollen Laubfärbung, die gleichzeitig das Kiso-Tal und die Landschaft entlang der Alpenroute erfasst. Im Sommer ist das Wetter deutlich kühler als in den südlichen Ebenen, was diese Jahreszeit ideal für eine Wanderung auf dem historischen Nakasendo-Weg macht. Die Golden Week (Ende April bis Anfang Mai) solltest du unbedingt meiden, wenn du nicht überall lange Warteschlangen in Kauf nehmen möchtest.
Kulinarische Höhepunkte der Region
Die Küche von Chubu ist eng mit der rauen Topografie der Region verbunden: stark marmoriertes Hida-Rind in Takayama, erfrischend kalte soba-Nudeln in den Bergen von Kiso, in Salz gegrillter ayu (Süßwasserfisch) aus sauberen Flüssen und kräftige Gerichte mit rotem Miso rund um Nagoya. In Shirakawa-go besteht ein klassisches Abendessen im minshuku (familiengeführte Pension) aus gegrilltem Berggemüse, heimischen Flussfischen und Hida-Rind, das über einem aromatischen getrockneten Magnolienblatt (hoba miso) gegart wird – einfache, wohltuende Bergküche. An der Küste zeigt sich Kanazawa als Schaufenster der Reichtümer des Japanischen Meeres: Schneekrabben im Winter, süße Garnelen, frische Meeresfrüchte-Schalen auf dem Omicho Market und eine der raffiniertesten wagashi-Traditionen (traditionelle japanische Süßwaren) des Landes.
Vergiss nicht, den lokalen Sake zu probieren: Reines Schmelzwasser aus den Japanischen Alpen versorgt legendäre Sake-Brauereien in Takayama und Kanazawa. Viele von ihnen empfangen Besucher zu Verkostungen, die nur einige hundert Yen kosten ($2–$4 USD).
Unterwegs in der Region
Die wichtigste Verkehrsverbindung der Region bildet ein klassisches Dreieck: Nagoya – Takayama – Kanazawa. Nimm von Nagoya den JR Limited Express Hida nach Takayama (etwa 2.5 Stunden entlang einer der landschaftlich schönsten Bahnstrecken Japans am Flussufer), fahre mit Highway-Expressbussen von Takayama nach Shirakawa-go und Kanazawa und kehre anschließend mit dem Hokuriku Shinkansen von Kanazawa nach Tokyo zurück. So kannst du problemlos an einem Ende (Tokyo oder Nagoya/Osaka) anreisen und am anderen abreisen, ohne umständlich zurückfahren zu müssen – einer der größten logistischen Vorteile von Chubu. Für den Nahverkehr in größeren Städten wie Nagoya oder Kanazawa kannst du deine IC-Karte (zum Beispiel Suica oder Pasmo) verwenden.
Für Bahnreisen deckt der Takayama-Hokuriku Area Tourist Pass (etwa ¥20,000 / $133 USD für 5 aufeinanderfolgende Tage) genau dieses Reisedreieck ab, einschließlich des erforderlichen Highway-Busses nach Shirakawa-go. Er ist daher ideal, wenn du in Nagoya ankommst und von Osaka/Kyoto (oder umgekehrt) weiterreist. Wenn deine Reise in Tokyo beginnt und endet, solltest du den Hokuriku Arch Pass oder einen landesweiten JR Pass in Betracht ziehen, falls du eine längere Route planst. Beachte, dass die Tateyama-Kurobe-Alpenroute und das Kiso-Tal außerhalb dieser regionalen Pässe separate Tickets erfordern. In kleineren Bergorten fahren die lokalen Busse nur selten – überprüfe daher immer den endgültigen Abfahrtsplan, bevor du den Bahnhof verlässt.
Routenvorschlag
Klassische 5-Tage-Route: Tag 1: Ankunft in Nagoya (名古屋), hitsumabushi genießen und die Burg Nagoya (名古屋城) besichtigen. Tag 2: Mit dem Limited Express Hida nach Takayama (高山) fahren, den Nachmittag bei einem Spaziergang durch Sanmachi Suji (三町筋) verbringen und ein Abendessen mit Hida-Rind genießen. Tag 3: Den Miyagawa Morning Market (宮川朝市) erkunden, mit dem Highway-Bus nach Shirakawa-go (白川郷) fahren und am späten Nachmittag nach Kanazawa (金沢) weiterreisen. Tag 4: Einen ganzen Tag in Kanazawa verbringen und den Kenrokuen-Garten (兼六園), das Samurai-Viertel Nagamachi (長町武家屋敷跡), den Omicho Market (近江町市場) und Higashi Chaya (東茶屋街) erkunden. Tag 5: Mit dem Hokuriku Shinkansen (北陸新幹線) nach Tokyo zurückkehren oder während der Öffnungszeiten einen Abstecher zur Tateyama-Kurobe-Alpenroute (立山黒部アルペンルート) machen (1 Tag zusätzlich einplanen). Wenn du 7 Tage Zeit hast, ergänze eine Übernachtung in einem minshuku in Shirakawa-go und eine Tageswanderung zwischen Magome (馬籠) und Tsumago (妻籠) auf deiner Rückroute nach Nagoya.
Du kannst deine Reise ganz einfach nach dem oben beschriebenen Muster planen oder OlaChills Japan Tours die komplizierten Busreservierungen und Buchungen traditioneller Gästehäuser in den Dörfern überlassen, die in der Hauptsaison oft schon Monate im Voraus ausgebucht sind. Weitere Tipps für Reisen in den Bergen findest du im OlaChill Blog.
Chubu ist der ultimative Beweis dafür, dass Japans atemberaubendste Schätze nicht direkt an der dicht befahrenen Shinkansen-Hauptstrecke liegen, sondern in verborgenen Tälern, die einen Umstieg auf Regionalzüge und lokale Busse erfordern. Letztendlich wird genau dieser landschaftlich reizvolle Umweg zum unvergesslichsten Höhepunkt deiner Reise.
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