
Tokio im Herbst auf dem Teller: Von Meguro-Sanma bis Chestnut Mont Blanc
Von kostenlos gegrilltem Fisch mitten auf der Straße über eine jahrhundertealte Kastanienkonditorei bis zu Matsutake-Pilzen in den Untergeschossen von Kaufhäusern – deine saisonale Food-Karte mit echten Preisen.
12. Aug. 2026·✍️ olablog·⏱ 15 Min. Lesezeit
Von kostenlos gegrilltem Fisch mitten auf der Straße über eine jahrhundertealte Kastanienkonditorei bis zu Matsutake-Pilzen in den Untergeschossen von Kaufhäusern – deine saisonale Food-Karte mit echten Preisen.
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Es gibt eine klassische japanische Rakugo-Geschichte namens „Meguro no Sanma“: Ein Feudalherr ist in Meguro auf der Jagd, als ihn der Hunger überkommt. Die Dorfbewohner grillen ihm über glühender Holzkohle einen stattlichen Pazifischen Makrelenhecht. Zurück auf seinem Anwesen bittet er darum, dasselbe Gericht noch einmal zu bekommen. Doch der Hofkoch, der sich Sorgen macht, das Fett des Fischs könne „Eurer Gesundheit schaden, mein Herr“, dämpft ihn, entfernt die Gräten und schöpft das gesamte Fett ab – übrig bleibt ein völlig fade schmeckender Fisch. Der Fürst runzelt die Stirn und fragt, wo der Fisch gekauft worden sei. Als man ihm antwortet: „Auf dem Nihombashi-Markt, mein Herr“, spricht er den Satz, der in die Geschichte einging: „Wie schade. Sanma muss man in Meguro essen.“ Die Geschichte ist frei erfunden und soll unterhalten, bringt aber etwas sehr Reales auf den Punkt: Beim herbstlichen Essen in Tokio geht es nicht nur darum, was man isst, sondern auch darum, wo und wie man es isst.
Wenn du den Überblick über Shun – die japanische Philosophie, Lebensmittel auf dem Höhepunkt ihrer Saison zu essen – auf dem OlaChill-Blog gelesen hast, ist dieser Artikel der nächste Schritt. Statt einfach zu sagen: „Der japanische Herbst bedeutet Sanma, Kastanien und Matsutake“, zeige ich dir, wo du dich anstellen solltest, in welche Stände du abbiegen kannst und wie viel Geld du einplanen solltest – alles innerhalb Tokios. Japans Hauptstadt hat eine saisonale Spezialität, mit der keine andere Region mithalten kann: Sie versammelt die Herbsternte des ganzen Landes an einem Ort – Fisch aus Iwate, Kastanien aus Ibaraki, Pilze aus Nagano – und präsentiert sie auf Straßenfesten, in jahrhundertealten Bäckereien und in den beeindruckenden Lebensmittelabteilungen der Kaufhäuser.
Die Japaner nennen diese Jahreszeit „Shokuyoku no aki“ – den Herbst, die Zeit des Appetits. In Tokio ist das keine Metapher. Von Anfang September bis Ende November verändert die ganze Stadt ihre Speisekarte: In Meguro steigt der Rauch von gegrilltem Fisch auf, die Auslagen mit Wagashi färben sich ahornblattrot, und sogar McDonald’s verkauft „Mondschau“-Burger. Diese kulinarische Herbstroute bin ich selbst abgelaufen, habe mich durch die Schlangen gekämpft und … zur Überprüfung zugenommen.
Die Meguro-Sanma-Festivals: Anstehen für kostenlosen Fisch
Die Rakugo-Geschichte von oben existiert nicht nur in Büchern – jeden September wird sie bei einem echten Fest wieder lebendig. Hier liegt auch das Detail, das am häufigsten für Verwirrung sorgt: Rund um den Bahnhof Meguro gibt es tatsächlich zwei verschiedene Sanma-Festivals, die im Abstand von zwei Wochen stattfinden.
Zwei Festivals – Verwechsle die Termine nicht
Meguro no Sanma Matsuri findet normalerweise an einem Sonntag Anfang oder Mitte September im Einkaufsviertel neben dem JR-Bahnhof Meguro statt (Ostausgang, innerhalb des Bezirks Shinagawa – ein kurioses Detail, über das sich selbst viele Tokioter regelmäßig streiten). Die Hauptattraktion des Festivals sind Tausende Sanma, die aus dem Hafen von Miyako in der Präfektur Iwate angeliefert, direkt auf der Straße über Holzkohle gegrillt und traditionell mit geriebenem Daikon und Sudachi-Zitrusfrüchten kostenlos ausgegeben werden. Kostenlos bedeutet natürlich: anstehen. In geschäftigen Jahren sind mehrere Stunden Wartezeit völlig normal, und manche Besucher stellen sich schon früh am Morgen an.
Das Festival des Bezirks Meguro (meist Meguro Kumin Matsuri genannt; auch hier gibt es gegrillten Sanma, diesmal aus Kesennuma in Miyagi) findet später statt, etwa Mitte bis Ende September, in einem Parkbereich nahe dem Meguro-Fluss. In den vergangenen Jahren wurde der gegrillte Fisch hier teilweise über ein Losverfahren oder mit Eintrittskarten im Vorverkauf ausgegeben, um die Warteschlangen zu verkürzen. Das Format ändert sich jedes Jahr, daher solltest du vor dem Besuch die offizielle Website des Bezirks prüfen.
Eine wichtige Information, die dich vor Enttäuschungen bewahrt: Japans Sanma-Fang ist seit mehr als einem Jahrzehnt stark zurückgegangen. Deshalb mussten die Veranstalter in manchen Jahren tiefgekühlten Fisch verwenden, statt frisch angelandeten. Der Fisch duftet weiterhin köstlich und die Stimmung ist nach wie vor lebhaft. Wenn du jedoch „frisch gefangenen Sanma“ erwartest, solltest du deine Erwartungen anpassen – und verstehen, dass gerade diese Knappheit der Grund ist, warum die Tokioter die Sanma-Saison umso mehr schätzen.
Tipps für alle, die nicht drei Stunden anstehen möchten
- Sei mindestens eine Stunde vor Beginn da oder komm deutlich später und genieße die Atmosphäre, während du an den anderen Ständen isst (Yakisoba, Fassbier, Gegrilltes), statt alles auf einen einzigen kostenlosen Fisch zu setzen.
- Falls du die Festivals verpasst, keine Sorge: Von Mitte September bis Ende Oktober setzen fast alle Izakaya und Teishoku-Restaurants in Tokio „Sanma Shioyaki“ – salzgegrillten Sanma – auf ihre saisonale Speisekarte. Ein Menü mit Reis und Miso-Suppe kostet in einem einfachen Restaurant normalerweise etwa 1.000–1.500 Yen. Yayoiken bietet im Herbst fast immer ein Sanma-Menü für etwa 1.000 Yen an – weniger romantisch als das Essen auf den Straßen von Meguro, dafür zuverlässig gegrillt und ohne Schlange.
Kastanien-Mont-Blanc: Vom „Geburtsort“ in Jiyugaoka zu frisch aufgespritzter Creme in Yanaka
Wenn Sanma Tokios herzhafter Herbst ist, dann ist Mont Blanc seine süße Seite. Nur wenige wissen, dass der japanische Mont Blanc – goldene Kastaniencreme, die in feinen Fäden auf einen Kuchen gespritzt wird – vermutlich genau hier in Tokio entstanden ist.
Mont-Blanc Jiyugaoka – Wo alles begann
Die tatsächlich Mont-Blanc genannte Konditorei in Jiyugaoka (Bezirk Meguro, etwa 1–2 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Jiyugaoka an der Toyoko-Linie entfernt) wurde 1933 eröffnet und nimmt für sich in Anspruch, den ersten japanischen Mont Blanc kreiert zu haben. Der Gründer ließ sich vom europäischen Mont Blanc inspirieren, verwendete jedoch japanische kandierte Kastanien (Kanro-ni) und erzeugte so die charakteristische goldene Farbe anstelle des Brauntons europäischer Marrons. Ein klassischer Mont Blanc kostet hier etwa 500–700 Yen – angesichts seines Rufs überraschend günstig. Auch geschmacklich ist er im wahrsten Sinne des Wortes „klassisch“: ausgesprochen süß, geradlinig und völlig uninteressiert daran, Trends hinterherzulaufen. Ihn zu essen fühlt sich an, als würde man mit einem Löffel die erste Seite eines Geschichtsbuchs lesen.
Waguriya in Yanaka – Der pure Geschmack japanischer Kastanien
Am anderen Ende des Spektrums steht Waguriya, ein auf Kastaniensüßigkeiten spezialisiertes Geschäft an der Yanaka Ginza (Bezirk Taito, etwa 5 Minuten zu Fuß vom Westausgang des Bahnhofs Nippori entfernt). Verwendet werden ausschließlich japanische Kastanien (Waguri) aus der berühmten Anbauregion Ibaraki; importierte Sorten werden nicht beigemischt. Der Mont Blanc besteht hier fast vollständig aus Kastanien, Zucker und nur sehr wenig Sahne. Die Fäden sind glatt und leicht zäh, mit dem Aroma echter gerösteter Kastanien statt künstlicher Aromastoffe. Ein Mont-Blanc-Tee-Set kostet normalerweise etwa 1.500–2.000 Yen. An Herbstwochenenden wirst du dich fast sicher anstellen müssen, also komm unter der Woche oder früh am Tag. Wenn du schon dort bist, ist Yanaka ein wunderbar angenehmes altes Viertel für einen Herbstspaziergang. Nach dem Dessert gehst du einfach bergab zu den „Sonnenuntergangsstufen“ von Yuyake Dandan – und hast einen rundum gelungenen Nachmittag.
Der Trend zum „frisch aufgespritzten Mont Blanc“ – Einmal ausprobieren lohnt sich
In den vergangenen Jahren hat Tokio einen Boom bei Mont Blanc Shiboritate erlebt: Zarte Kastaniencremefäden, so fein wie Seide, werden direkt vor den Augen des Kunden aus einer Maschine gepresst und innerhalb weniger Minuten gegessen, bevor sie austrocknen. Spezialgeschäfte wie Kuriho (mit einer Filiale in Asakusa) sowie viele ähnliche Läden rund um Ginza und Jiyugaoka verkaufen Portionen ab etwa 2.000 Yen. Günstig ist das nicht. Doch dabei zuzusehen, wie vor dir ein „Schneeberg“ aus Kastanien entsteht und anschließend im Mund schmilzt, ist genau die Art von Erlebnis, die nur der Herbst rechtfertigt.
Herbstliches Wagashi: Ahornblätter in den Auslagen und jahrhundertealte Süßkartoffelriegel
Toraya Akasaka – Ein Miniatur-Herbstmuseum
Toraya ist ein Wagashi-Haus mit einer jahrhundertelangen Geschichte als Lieferant des Kaiserhofs. Das Hauptgeschäft in Akasaka (in der Nähe des Bahnhofs Akasaka-mitsuke, in einem wunderschön neu aufgebauten Gebäude mit einem Teeraum im Obergeschoss) ist im Herbst besonders sehenswert. Der Grund ist Torayas frische Namagashi-Linie, deren Formen sich nach dem saisonalen Kalender richten. Ab Ende September erscheinen in den Auslagen Süßigkeiten in Form roter Ahornblätter, Kakis, Kastanien und Chrysanthemen – jedes Stück ein kleines Gedicht und mit etwa 500–600 Yen ausgezeichnet. Im Herbst bringt Toraya außerdem saisonal limitierte Kastaniensüßigkeiten wie Kuri Kinton und Kastanien-Yokan heraus. Sobald die Saison endet, sind sie verschwunden – ganz im Geist von Kisetsu Gentei. Setz dich in den Teeraum, bestelle ein Süßigkeiten-Matcha-Set und blicke durch die Glasscheiben in den kleinen Garten. Dann wirst du verstehen, warum die Japaner sagen, Wagashi lasse dich „die Jahreszeit zuerst mit den Augen und erst danach mit dem Mund essen“.
Funawa Asakusa – Imo Yokan, der bodenständigste Herbstgeschmack
Das preisgünstige Gegenstück zu Toraya ist Funawa in Asakusa (das Hauptgeschäft liegt an der Kaminarimon-Straße, nur wenige Gehminuten vom Sensoji-Tempel entfernt). Berühmt ist es seit mehr als einem Jahrhundert für sein Imo Yokan – einen „Gelee“-Riegel aus Süßkartoffeln, Zucker und etwas Salz, ganz ohne Zusatzstoffe. Das klingt fast unglaublich schlicht, doch genau diese Einfachheit hat ihn zu einem klassischen Tokioter Herbstsouvenir gemacht: Eine Schachtel mit mehreren Riegeln kostet etwa 800–1.000 Yen. Du solltest sie bald nach dem Kauf essen, da sie keine Konservierungsstoffe enthalten. Ein Tipp für Kenner: Brate sie mit etwas Butter in der Pfanne, bis die Ränder braun werden. Das ist die luxuriöse „geröstete Süßkartoffel“-Variante für den Nachmittagssnack.
Apropos Süßkartoffeln: Zum Herbst in Tokio gehören auch die Rufe „Ishiyaki-imooo“ von Verkaufswagen mit in Stein gerösteten Süßkartoffeln. Im Zentrum Tokios sind sie inzwischen seltener, aber in Wohnvierteln, neben Supermärkten oder abends vor Bahnhöfen findet man sie noch. Eine ganze geröstete Süßkartoffel kostet normalerweise einige hundert Yen. Eine warme Kartoffel in den Händen zu halten und dabei durch die frische Kühle des beginnenden Herbstes zu spazieren, gehört zu den günstigsten Freuden der Stadt.
Herbst in der Depachika: Ein unterirdisches Museum japanischer Erzeugnisse
Depachika – die Lebensmittelabteilungen in den Untergeschossen von Kaufhäusern – sind die Orte, zu denen ich Freunde bei ihrem ersten Tokio-Besuch im Herbst immer mitnehme. Nirgendwo sonst wird Japans Ernte so konzentriert und visuell beeindruckend präsentiert. Diese drei Adressen lohnen sich besonders:
- Isetan Shinjuku (Bahnhof Shinjuku-sanchome): gilt als Höhepunkt der Eleganz, mit Obsttheken, die wie Juweliergeschäfte aussehen.
- Mitsukoshi Nihombashi (Bahnhof Mitsukoshimae): historisch und stilvoll, mit besonderen Stärken bei Wagashi und traditionellen Geschenken.
- Tobu Ikebukuro (Bahnhof Ikebukuro): eine der größten Lebensmittelabteilungen Japans, mit mehr preisgünstigen Angeboten – ideal, wenn du Lebensmittel kaufen möchtest, um sie tatsächlich zu essen, statt sie nur zu bewundern.
Kaki, Nashi und Trauben zu „Schockpreisen“
Ab Ende September wechseln die Obsttheken zu Orange und Rot: Kaki (Jiro und knackige, süße Fuyu-Sorten) kosten je nach Sorte etwa 200–500 Yen pro Stück. Zu den runden, schweren Nashi-Birnen gehören im Frühherbst Kosui und Hosui, später in der Saison folgen Niitaka-Sorten, die so groß wie kleine Grapefruits werden können und etwa 300–700 Yen pro Stück kosten. Der Star sind Shine-Muscat-Trauben. Eine Traube in Geschenkqualität kann mehrere tausend Yen kosten, aber wende dich nicht sofort ab: Viele Theken verkaufen auch kleine „Probierboxen“ oder gewöhnlichere Trauben zu deutlich freundlicheren Preisen. Meine eigene Strategie: eine Kaki, eine Nashi und eine kleine Schachtel Trauben kaufen und sie im Hotel schälen und essen – ein „Hotel-Dessert“, das besser ist als die meisten Buffets.
Matsutake – Ein sehenswertes Schauspiel der Preise
In der Depachika wirst du außerdem auf das eindrucksvollste Preisschauspiel des Herbstes stoßen: Matsutake-Pilze. Heimische Matsutake (aus Nagano, Iwate und anderen Regionen), ordentlich auf Farnblättern arrangiert, können mehrere zehntausend Yen kosten – ja, für nur wenige Pilze. Daneben sehen importierte Matsutake aus China oder Nordamerika ähnlich aus und kosten etwa 1.000–3.000 Yen pro Schale. Wenn du das Matsutake-Aroma genießen möchtest, ohne dein Konto zu ruinieren, hast du zwei Möglichkeiten: Kaufe eine Schale importierter Pilze und bereite Matsutake Gohan zu, falls deine Unterkunft eine Küche hat, oder halte Ausschau nach Herbstmenüs in Kaiseki- und Soba-Restaurants. Viele servieren Dobin Mushi (Matsutake, die in einer kleinen Teekanne gedämpft werden) zu einem deutlich erschwinglicheren Preis als eine ganze Schachtel heimischer Pilze.
Neuer Reis und Herbst-Sake
Zwei Begriffe solltest du kennen, bevor du eine Depachika im Herbst betrittst: 新米 (Shinmai – neuer Reis), der ab etwa September–Oktober auf Reissäcken und in Bento-Boxen auftaucht und für deutlich aromatischeren, klebrigeren Reis sorgt; und ひやおろし (Hiyaoroshi) – Sake, der den Sommer über gereift ist, mild und rund schmeckt und nur im Herbst verkauft wird. Halte an den Spirituosentheken der oben genannten Depachika danach Ausschau. Eine kleine Flasche Hiyaoroshi zu gegrilltem Sanma ist eine kompakte Möglichkeit, den „Herbst“ in einem einzigen Abendessen zusammenzufassen.
Saisonale Menüs bei Restaurantketten: Günstig, unterhaltsam und sehr japanisch
Glaube nicht, dass du jahrhundertealte Geschäfte besuchen musst, um in Tokio Herbstgerichte zu essen. Gerade die großen Ketten zeigen, wie intensiv die Japaner die Jahreszeiten feiern – und dieser Teil lässt sich mit jedem Budget genießen:
- McDonald’s Japan bringt jedes Jahr etwa Anfang September den Tsukimi Burger heraus – einen „Mondschau“-Burger mit einem runden Spiegelei wie ein Vollmond, zusammen mit dem Tsukimi Pie. Ein einzelner Burger kostet je nach Jahr und Variante normalerweise etwa 400–600 Yen. Das Produkt ist mit dem Mondschaufest Otsukimi verbunden und ein so vertrautes „Herbstsignal“, dass japanische Medien über den Verkaufsstart wie über ein Ereignis berichten.
- Starbucks Japan bietet fast immer herbstliche Frappuccinos und Lattes an, die von gerösteten Süßkartoffeln, Kastanien oder Halloween-Kürbissen inspiriert sind. Saisonale Getränke kosten in der Tall-Größe normalerweise etwa 600–700 Yen oder mehr. Die Speisekarte wechselt schnell, und in der ersten Woche sind beliebte Produkte oft ausverkauft. Wenn dir etwas ins Auge fällt, probiere es also sofort.
- Mister Donut bringt traditionell im Herbst eine Süßkartoffel-Donut-Kollektion heraus. Jeder Donut kostet etwa 200 Yen – perfekt als Snack beim Spazierengehen und Blätteranschauen.
- Komeda’s Coffee und andere Kissaten-Ketten ergänzen ihre typischen Süßigkeiten häufig um herbstliche Varianten mit Kastanien, Süßkartoffeln, Kakis und anderen Aromen. Und was Konbini betrifft, braucht man kaum eine Erklärung: Ab etwa September füllen sich die Süßwarenregale von 7-Eleven, Lawson und FamilyMart mit Mont-Blanc-Puddings und Kuri-Kuchen, während die dampfenden Oden-Theken ihren Betrieb aufnehmen – ein sicheres Zeichen dafür, dass das Jahr im Herbst angekommen ist.
Die Begriffe, die du bei der Suche nach diesen Produkten im Kopf behalten solltest, sind 季節限定 (Kisetsu Gentei – saisonal limitierte Edition) und 秋限定 (Aki Gentei – herbstlich limitierte Edition). Wenn du einen dieser Ausdrücke auf einer Verpackung oder Speisekarte siehst, stehen die Chancen gut, dass sich das Probieren lohnt – und dass das Produkt nach einigen Wochen wieder verschwindet.
Eine perfekte eintägige „Herbst-Food“-Route durch Tokio
Wenn du nur einen Tag hast, empfehle ich oft folgende Route: Beginne in Yanaka mit einem Mont Blanc bei Waguriya und schlendere anschließend durch das alte Viertel. Iss zum Mittagessen in einem beliebigen Teishoku-Restaurant ein Sanma-Menü. Verbringe den Nachmittag mit einem „Besuch“ der Depachika von Isetan Shinjuku, kaufe Kaki und Nashi und bewundere die Matsutake-Preise. Mach einen Zwischenstopp bei Starbucks oder einem Konbini für einen Snack zum Mitnehmen mit Aki Gentei. Beende den Abend in einem Izakaya mit Sanma, Gerichten aus neuem Reis und einem Glas Hiyaoroshi. Den kulinarischen Teil bekommst du für etwa 5.000–7.000 Yen unter und erlebst dabei beinahe den gesamten Herbst Japans – in einer einzigen Stadt.
Tokios Herbst ist so kurz und flüchtig wie seine Ahornblätter: Kaum ist ein Produkt in den Regalen erschienen, ist ein anderes schon wieder aus der Saison. Wenn du also zwischen September und November in Tokio bist, schiebe es nicht auf – der saftigste Sanma, die aromatischsten Kastanien und die geschmeidigste Flasche Hiyaoroshi warten nicht auf irgendjemanden. Und wenn du planst, in dieser Jahreszeit nach Japan zu fliegen, helfen dir die Routen in OlaChills Japan-Touren-Sammlung, saisonales Essen und die Herbstlaubfärbung in einer gut geplanten Reise zu verbinden.
Häufig gestellte Fragen
An welchem genauen Datum findet das Meguro-Sanma-Festival statt?
Es gibt kein festes Datum: Das Meguro no Sanma Matsuri fällt normalerweise auf einen Sonntag Anfang oder Mitte September, während das Festival des Bezirks Meguro etwa ein bis zwei Wochen später stattfindet. Das genaue Datum und das Format der Fischverteilung (Warteschlange oder Losverfahren) ändern sich jedes Jahr. Prüfe deshalb vor deiner Reise die offizielle Website der Veranstalter oder des Bezirks.
Wo kann ich Sanma essen, wenn ich nicht während des Festivals zu Besuch bin?
Von Mitte September bis Ende Oktober bieten die meisten Izakaya und Teishoku-Restaurants in Tokio salzgegrillten Sanma auf ihren saisonalen Speisekarten an. Ein Menü kostet normalerweise etwa 1.000–1.500 Yen. Auch Ketten wie Yayoiken bringen jedes Jahr ein Sanma-Menü heraus – praktisch, zuverlässig und ohne Warteschlange.
Matsutake sind so teuer. Gibt es eine erschwingliche Möglichkeit, sie zu probieren?
Ja. Kaufe importierte Matsutake in einer Depachika (etwa 1.000–3.000 Yen pro Schale) und bereite Matsutake-Reis zu, falls deine Unterkunft eine Küche hat. Alternativ kannst du im Herbst in einem Kaiseki- oder Soba-Restaurant Dobin Mushi bestellen – Matsutake, die in einer Teekanne mit Dashi gedämpft werden. Du bekommst fast das gesamte Aroma der Pilze zu einem deutlich niedrigeren Preis als beim Kauf einer ganzen Schachtel heimischer Matsutake.
Muss ich in einer Depachika etwas kaufen, oder kann ich mich einfach umsehen?
Du kannst dich ruhig umsehen – niemand wird etwas dagegen haben. Auch die Japaner betrachten Depachika als Orte, an denen man „die Jahreszeit sehen“ kann. Mein ehrlicher Rat lautet jedoch: Kaufe mindestens eine Kaki oder eine kleine Schachtel Trauben und probiere sie im Hotel. Obst auf dem Höhepunkt seiner Saison ist in Japan weitaus köstlicher, als die meisten von uns erwarten, und es ist die günstigste Möglichkeit zu verstehen, warum die Japaner bereit sind, für die zwei Wörter „Shun“ so viel zu bezahlen.
Wann beginnen und enden die Herbstmenüs der Restaurantketten?
Die meisten starten von Ende August bis Anfang September (McDonald’s Tsukimi Burger und die Herbstgetränke von Starbucks) und werden ab Ende Oktober bis in den November hinein nach und nach aus dem Angebot genommen, um Platz für die Weihnachtsmenüs zu machen. Beliebte Produkte können früher als erwartet ausverkauft sein. Wenn du also die Wörter „Aki Gentei“ siehst und dir etwas appetitlich klingt, warte nicht bis morgen.
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