
Jenseits der Goldenen Route
Entdecke 12 ungewöhnliche Reiseziele in Japan, ideal für wiederkehrende Besucher aus Indien und Bangladesch. Erkunde Kunstinseln, Samurai-Städte und malerische Fahrradrouten – mit praktischen Tipps zu Kosten, vegetarischem und Halal-Essen sowie zur Anreise.
10. Juli 2026·✍️ olablog·⏱ 18 Min. Lesezeit
Entdecke 12 ungewöhnliche Reiseziele in Japan, ideal für wiederkehrende Besucher aus Indien und Bangladesch. Erkunde Kunstinseln, Samurai-Städte und malerische Fahrradrouten – mit praktischen Tipps zu Kosten, vegetarischem und Halal-Essen sowie zur Anreise.
Für viele Erstbesucher aus Indien und Bangladesch bietet Japans berühmte „Goldene Route“ – Tokyo, Kyoto, Osaka und Hiroshima – einen unvergesslichen Einstieg in die einzigartige Atmosphäre des Landes. Wer jedoch tiefer eintauchen möchte, findet abseits des hektischen Shinkansen-Reisens ein anderes Japan mit intensiveren kulturellen Begegnungen und atemberaubenden Landschaften. Dieser Guide stellt 12 außergewöhnliche Reiseziele vor. Die Kosten für eine Reise zu zweit beginnen für lokale Transporte und Eintrittsgelder oft bei ¥5,000 (~₹2,800) pro Tag und eröffnen eine neue Perspektive für das zweite oder sogar dritte Japan-Abenteuer.
Sanfter Einstieg ins Unbekannte: Leicht erreichbare Geheimtipps
Diese Ziele vermitteln einen Eindruck von Japans weniger bekannten Wundern, ohne eine komplizierte Reiseplanung zu erfordern. Damit eignen sie sich ideal, um eine Route ab den großen Verkehrsknotenpunkten zu erweitern.
Kurashiki: Eleganz am Kanal
Nur eine kurze Strecke von Okayama entfernt, versetzt dich Kurashikis historisches Viertel Bikan in eine längst vergangene Zeit. Weiß getünchte Lagerhäuser, von Weiden gesäumte Kanäle und traditionelle Kaufmannshäuser schaffen eine malerische Kulisse. Wegen der ruhigen Wasserwege wird das Viertel oft mit Teilen Europas verglichen – seine Ästhetik ist jedoch unverkennbar japanisch.
Was den Ort besonders macht: Das Viertel ist hervorragend erhalten. Bei einer Bootsfahrt (¥700 pro Person, ca. ₹390) entlang des Kanals kannst du die Umgebung aus einer besonderen Perspektive erleben. Außerdem beherbergt es Museen wie das Ohara Museum of Art, Japans erstes Museum für westliche Kunst (Eintritt ¥1,500, ca. ₹840). Schlendere durch enge Gassen, stöbere in Kunsthandwerksläden und genieße die entspannte Atmosphäre. Anders als in den geschäftigen Gassen Kyotos geht es in Kurashiki deutlich ruhiger zu.
Anreise: Von Osaka oder Kyoto nimmst du den Shinkansen bis zur Okayama Station (ca. 45-60 Minuten). Von Okayama bringt dich ein lokaler Zug der JR Sanyo Line in etwa 15-20 Minuten zur Kurashiki Station. Das historische Viertel Bikan ist von dort aus angenehm zu Fuß in 10-15 Minuten erreichbar. Die Zugstrecken sind durch den JR Pass abgedeckt.
Kulinarischer Schwerpunkt: Kurashiki ist zwar für seine lokalen Meeresfrüchte bekannt, doch mehrere Cafés und Restaurants im Bikan-Viertel bieten vegetarierfreundliche Gerichte an, die häufig auf englischen Speisekarten gekennzeichnet sind. Halte Ausschau nach traditionellen Matcha-Cafés, die Wagashi (japanische Süßigkeiten) servieren – diese sind normalerweise vegetarisch. Für Halal-Optionen solltest du dich direkt bei den jeweiligen Lokalen erkundigen oder Apps wie Halal Navi nutzen. Die Auswahl kann allerdings kleiner sein als in den großen Städten. Ein paar Snacks einzupacken, ist immer eine gute Idee.
Matsumoto: Der Charme einer Burgstadt
Matsumoto liegt in den Japanischen Alpen und beherbergt eine der eindrucksvollsten original erhaltenen Burgen Japans: die Burg Matsumoto. Wegen ihrer markanten schwarzen Außenfassade wird sie oft „Krähenburg“ genannt. Als nationales Kulturgut ist sie älter als viele andere rekonstruierten Burgen und vermittelt einen lebendigen Eindruck vom feudalen Japan.
Was den Ort besonders macht: Die steilen Treppen im Inneren der Burg Matsumoto hinaufzusteigen (Eintritt ¥700, ca. ₹390), ist bereits ein Erlebnis. Von oben bieten sich weite Panoramablicke. Jenseits der Burg kannst du die Nakamachi Street erkunden, an der historische Kura (Lagerhäuser) zu Geschäften und Cafés umgebaut wurden. Außerdem besitzt die Stadt das Matsumoto City Museum of Art mit Werken der lokalen Künstlerin Yayoi Kusama.
Anreise: Matsumoto ist von Tokyo aus leicht erreichbar. Der JR Azusa Limited Express fährt direkt von der Shinjuku Station zur Matsumoto Station (ca. 2.5-3 Stunden). Diese Strecke ist durch den JR Pass abgedeckt. Die Burg ist vom Bahnhof aus in 15 Minuten zu Fuß oder mit einer kurzen Busfahrt erreichbar.
Kulinarischer Schwerpunkt: Matsumoto hat eine lebendige Gastronomieszene. Halte Ausschau nach Restaurants mit Soba-Nudeln. Viele können auf Anfrage vegetarische Gerichte zubereiten, indem sie die Bonito-Flocken (Fischflocken) aus der Brühe weglassen. Oyaki, gedämpfte Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen – darunter vegetarische Varianten wie Nozawana-Gemüse oder süße Bohnenpaste (Anko) –, sind eine lokale Spezialität.
Kanazawa: Samurai, Gärten und Kunsthandwerk
Kanazawa an der Hokuriku-Küste Japans ist eine Stadt mit feiner Kultur. Sie besitzt einen der drei berühmtesten Landschaftsgärten Japans, Samurai-Residenzen und Geisha-Viertel. Im Vergleich zu Kyoto wirkt die Stadt zurückhaltend elegant und ist weniger überlaufen.
Was den Ort besonders macht: Der Kenrokuen Garden (Eintritt ¥320, ca. ₹180) ist zu jeder Jahreszeit prächtig und gilt als Meisterwerk der traditionellen japanischen Gartengestaltung. Erkunde das Nagamachi Samurai District mit restaurierten Samurai-Häusern wie dem Nomura House (Eintritt ¥550, ca. ₹310). Im Higashi Chaya District, einem der größten Geisha-Viertel Japans, erhältst du Einblicke in traditionelle Unterhaltungshäuser und Läden für Blattgold-Kunsthandwerk. Für einen modernen Kontrast solltest du das 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa, besuchen.
Anreise: Der Hokuriku Shinkansen verbindet die Tokyo Station direkt mit der Kanazawa Station und benötigt etwa 2.5-3 Stunden. Die bequeme Fahrt ist durch den JR Pass abgedeckt. Von Osaka oder Kyoto nimmst du den Limited Express Thunderbird (ca. 2.5 Stunden).
Kulinarischer Schwerpunkt: Kanazawa ist für frische Meeresfrüchte berühmt, bietet aber auch ausgezeichnete vegetarische Möglichkeiten. Viele traditionelle Restaurants servieren Kaga Ryori, eine lokale mehrgängige Küche, zu der oft Gemüsegerichte gehören. Halte Ausschau nach Jibu-ni (Enteneintopf), das manchmal angepasst werden kann, oder nach Sushi-Restaurants, die auch Gemüse-Rollen wie Kappa Maki und Oshinko Maki anbieten. Für Halal-Essen solltest du bestimmte Restaurants im Voraus recherchieren. Kanazawa ist in dieser Hinsicht meist entgegenkommender als kleinere Orte.
Kulturelles Eintauchen und künstlerische Ausflüge: Moderate Abenteuer

Diese Ziele erfordern etwas mehr Planung, belohnen dich dafür aber mit intensiven kulturellen Erlebnissen und einzigartigen Begegnungen mit der Kunst.
Takayama & Shirakawa-go: Traditionen der Alpenregion
Takayama liegt in den Hida-Bergen und besticht durch eine hervorragend erhaltene Altstadt mit engen Gassen, traditionellen Holzhäusern und Sake-Brauereien. Die Stadt ist zugleich das Tor zur UNESCO-Welterbestätte Shirakawa-go, die für ihre einzigartigen Gassho-zukuri-Bauernhäuser berühmt ist.
Was den Ort besonders macht: In Takayama kannst du durch Sanmachi Suji, das alte Händlerviertel, schlendern und lokale Spezialitäten probieren – etwa Spieße mit Hida-Rind (nicht vegetarisch) oder Mitarashi Dango (gegrillte Reisklöße mit Sojasauce, oft vegetarisch). Besuche die Takayama Jinya (Eintritt ¥440, ca. ₹250), ein ehemaliges Regierungsgebäude aus der Edo-Zeit. Die ikonischen Bauernhäuser von Shirakawa-go mit ihren steilen, strohgedeckten Dächern, die an zum Gebet gefaltete Hände erinnern, sind ein beeindruckendes Beispiel traditioneller Architektur. Ein Besuch des Wada House (Eintritt ¥300, ca. ₹170) vermittelt einen Eindruck vom früheren Leben in der Region.
Anreise: Von Nagoya nimmst du den JR Hida Limited Express nach Takayama (ca. 2.5 Stunden). Von Kanazawa verkehren direkte Busse von Nohi Bus nach Takayama (ca. 2.5 Stunden). Shirakawa-go erreichst du mit einem Nohi Bus ab Takayama (ca. 50 Minuten) oder Kanazawa (ca. 1 Stunde 15 Minuten). Besonders für die Busse nach Shirakawa-go werden Reservierungen dringend empfohlen. Diese kannst du online oder an Busbahnhöfen vornehmen. Die Busse sind nicht im JR Pass enthalten.
Beispiel für einen Tagesausflug (Takayama & Shirakawa-go):
- Morgen: Ankunft in Takayama. Sanmachi Suji erkunden und die Takayama Jinya besuchen.
- Mittagessen: Vegetarische Soba- oder Udon-Nudeln genießen.
- Nachmittag: Mit dem Nohi Bus nach Shirakawa-go fahren. Das Dorf erkunden und ein Bauernhaus besuchen.
- Später Nachmittag: Rückkehr nach Takayama.
- Abend: Ein traditionelles Abendessen in Takayama genießen.
Kulinarischer Schwerpunkt: Takayama ist für Hida-Rind bekannt, doch es gibt auch vegetarische Optionen. Viele Soba- und Udon-Restaurants können vegetarische Brühen zubereiten. Halte Ausschau nach Hohba Miso, einer lokalen Spezialität, bei der Misopaste und weitere Zutaten auf einem Magnolienblatt gegrillt werden. Bitte um die vegetarische Variante ohne Fleisch oder Fisch. In Shirakawa-go ist die Auswahl begrenzt. Daher ist es sinnvoll, Snacks mitzunehmen oder sich in Cafés vorab nach den Möglichkeiten zu erkundigen.
Naoshima: Die Kunstinsel
Naoshima, häufig „Art Island“ genannt, verbindet zeitgenössische Kunst, beeindruckende Architektur und ruhige Naturlandschaften auf einzigartige Weise. Die kleine Insel im Seto-Binnenmeer ist ein Muss für Kunstliebhaber und alle, die eine friedliche, inspirierende Erfahrung suchen.
Was den Ort besonders macht: Auf der Insel befinden sich mehrere Museen und Kunstinstallationen von Weltrang, darunter das Chichu Art Museum (Eintritt ¥2,100, ca. ₹1,180), das Benesse House Museum und das Art House Project. Jede Station verbindet Kunst mit Landschaft und Architektur und schafft so ein besonders intensives Erlebnis. Werke von Künstlern wie James Turrell, Walter De Maria und Claude Monet sind in eigens dafür geschaffenen Räumen zu sehen. Die berühmte gelbe Kürbis-Skulptur von Yayoi Kusama in der Nähe des Benesse House ist ein beliebtes Fotomotiv.
Anreise: Die Reise nach Naoshima umfasst eine Zug- und eine Fährfahrt.
- Zug zum Hafen Uno: Von Okayama nimmst du einen lokalen Zug der JR Uno Line zur Uno Station (ca. 50 Minuten). Von Takamatsu (Shikoku) fährst du mit einem lokalen JR-Zug nach Chayamachi und steigst dort in die Uno Line um.
- Fähre nach Naoshima: Vom Hafen Uno fahren regelmäßig Fähren zur Miyanoura Port (Haupthafen, ca. 20 Minuten) oder zur Honmura Port (ca. 15 Minuten) auf Naoshima. Ein Fährticket für die einfache Strecke kostet etwa ¥300-¥500 (ca. ₹170-₹280). Informiere dich vorab über die Fährzeiten, da sie sich je nach Saison ändern.
Fehler, die du vermeiden solltest:
- Die Reisezeit unterschätzen: Die Insel selbst ist klein, doch die Anreise besteht aus mehreren Etappen.
- Unterkunft und Museen nicht im Voraus buchen: Besonders für das Chichu Art Museum sind oft Tickets mit festem Zeitfenster erforderlich, die schnell ausverkauft sind. Das Unterkunftsangebot auf der Insel ist begrenzt und kann teuer sein. Viele Besucher übernachten deshalb in Okayama oder Takamatsu.
- Sich ausschließlich auf das Zu-Fuß-Gehen verlassen: Miete ein Fahrrad (¥500-¥1,000 pro Tag, ca. ₹280-₹560) oder nutze den Inselbus, um dich effizient fortzubewegen.
Kulinarischer Schwerpunkt: Auf Naoshima gibt es einige Cafés und Restaurants, die sich vor allem rund um die Museen und die Miyanoura Port konzentrieren. Die Auswahl für spezielle Ernährungsbedürfnisse kann begrenzt sein. Es empfiehlt sich, vegetarische Snacks mitzunehmen oder vor der Ankunft auf der Insel beziehungsweise nach der Rückkehr nach Uno/Okayama zu essen. Einige Cafés bieten möglicherweise einfache Pasta- oder Brotgerichte an.
Großartige Natur und aktive Entdeckungen: Herausforderungen, die sich lohnen
Wer kulturelle Erkundungen gerne mit Aktivitäten im Freien verbindet, findet an diesen Reisezielen Gelegenheit, Japans beeindruckende Naturlandschaften hautnah zu erleben.
Shimanami Kaido: Paradies für Radfahrer
Der Shimanami Kaido ist eine 70 Kilometer lange Fahrradroute, die Japans Hauptinsel Honshu mit Shikoku verbindet. Über eine Reihe imposanter Brücken führt sie durch sechs kleine Inseln im Seto-Binnenmeer. Die Strecke bietet atemberaubende Küstenblicke und eine besondere Möglichkeit, das ländliche Japan kennenzulernen.
Was den Ort besonders macht: Die Strecke gilt als eine der besten Fahrradrouten der Welt und verfügt über eigene Radwege, sodass sie für alle Erfahrungsstufen sicher und angenehm ist. Fahrräder können an mehreren Terminals gemietet werden, zum Beispiel in Onomichi auf der Honshu-Seite oder in Imabari auf der Shikoku-Seite. Die Rückgabe ist an jedem anderen Terminal möglich, was große Flexibilität bietet. Die Route führt durch charmante Inselorte mit lokalen Cafés, Tempeln und Aussichtspunkten. Die Gesamtkosten für eine mehrtägige Miete können etwa ¥3,000-¥5,000 (ca. ₹1,680-₹2,800) zuzüglich Brückengebühren (rund ¥500, ca. ₹280) betragen.
Anreise:
- Nach Onomichi (Honshu-Seite): Nimm den Shinkansen bis zur Fukuyama Station und anschließend einen lokalen Zug der JR Sanyo Line zur Onomichi Station (ca. 20 Minuten).
- Nach Imabari (Shikoku-Seite): Nimm den Limited Express Shiokaze von Okayama oder Matsuyama zur Imabari Station. Fahrradverleih-Terminals befinden sich normalerweise in der Nähe der Bahnhöfe.
Beispielroute (2-tägige Radtour):
- Tag 1: In Onomichi starten und bis Ikuchijima oder Omishima radeln (ca. 30-40 km). Tempel und Zitrusfarmen erkunden. Übernachtung in einem lokalen Gasthaus.
- Tag 2: Weiter nach Imabari radeln, die Aussicht genießen und vielleicht die Aussichtsplattform der Kurushima Kaikyo Bridge besuchen. Rückfahrt mit Bus oder Zug.
Kulinarischer Schwerpunkt: Unterwegs findest du in den Inselorten kleine Cafés und Restaurants. Viele servieren lokale Spezialitäten, häufig auch frische Meeresfrüchte. Halte Ausschau nach Ständen mit Okonomiyaki oder Yakisoba, die manchmal auch vegetarische Varianten zubereiten können. Energieriegel und Wasser mitzunehmen, ist besonders wichtig.
Tottori-Sanddünen: Wüste in Japan
Unerwarteterweise gibt es in Japan in der Präfektur Tottori eine weitläufige Dünenlandschaft, die sich entlang der Küste des Japanischen Meeres erstreckt. Die dynamischen, von Wind und Meer geformten Dünen bieten eine surreal anmutende Landschaft, wie es sie sonst nirgendwo im Land gibt.
Was den Ort besonders macht: Erkunde die Dünen zu Fuß, unternimm einen Kamelritt (¥1,300, ca. ₹730 für einen Einzelreiter) oder probiere Sandboarding aus (Miete ca. ¥1,500, ca. ₹840). Das nahe gelegene Tottori Sand Museum (Eintritt ¥800, ca. ₹450) zeigt beeindruckende Sandskulpturen aus aller Welt. Die karge Schönheit und die einzigartige geologische Formation machen den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Anreise: Von Kyoto oder Shin-Osaka nimmst du den Limited Express Super Hakuto direkt zur Tottori Station (ca. 2.5-3 Stunden). Von der Tottori Station fährst du mit einem lokalen Bus (Ringbus oder regulärer Bus nach „Tottori Sakyu“) zu den Dünen (ca. 20 Minuten, ¥380, ca. ₹210).
Fehler, die du vermeiden solltest:
- Ohne geeignetes Schuhwerk kommen: Der Sand kann heiß sein und das Gehen erschweren. Trage bequeme Schuhe oder Sandalen, die für Sand geeignet sind.
- Das Wetter ignorieren: Starker Wind kann den Besuch unangenehm machen. Prüfe die Wettervorhersage.
- Zu wenig Zeit einplanen: Die Dünen sind weitläufig, und auch das Museum nimmt Zeit in Anspruch.
Kulinarischer Schwerpunkt: Restaurants in der Nähe der Dünen sind oft auf lokale Meeresfrüchte spezialisiert. Das Tottori Sand Museum verfügt jedoch über ein Café, das möglicherweise einfachere vegetarische Gerichte anbietet. In der Stadt Tottori ist die Auswahl größer. Dort findest du unter anderem Nudelrestaurants und allgemeine japanische Lokale mit vegetarischen Optionen.
Koyasan: Rückzugsort am heiligen Berg
Koyasan (Mount Koya) ist das geistige Zentrum des Shingon-Buddhismus, einer von Kobo Daishi im Jahr 805 AD nach Japan gebrachten Schule. Der Ort gehört zum UNESCO-Welterbe und bietet mit einer Übernachtung im Tempel (Shukubo) die besondere Möglichkeit, das klösterliche Leben kennenzulernen.
Was den Ort besonders macht: Spaziere durch den Okunoin Cemetery, einen geheimnisvollen Zedernwald mit über 200,000 Grabsteinen und Gedenkstätten, der zum Mausoleum von Kobo Daishi führt. Besuche Danjo Garan, einen Tempel- und Pagodenkomplex mit der berühmten Konpon Daito-Pagode. Eine Übernachtung im Tempel (ab ¥10,000-¥15,000 pro Person und Nacht, ca. ₹5,600-₹8,400) umfasst vegetarische buddhistische Küche (Shojin Ryori) und Morgengebete – eine tiefgehende kulturelle und spirituelle Erfahrung.
Anreise: Schon die Anreise ist ein kleines Abenteuer.
- Von der Namba Station (Osaka): Nimm den Limited Express der Nankai Koya Line bis zur Gokurakubashi Station (ca. 1 Stunde 20 Minuten).
- Seilbahn: Von Gokurakubashi fährst du mit der Nankai Cable Car den Berg hinauf zur Koyasan Station (ca. 5 Minuten).
- Lokaler Bus: Von der Koyasan Station verbinden lokale Busse die verschiedenen Tempelkomplexe und Unterkünfte. Das Nankai Koyasan World Heritage Ticket (ca. ¥2,900, ca. ₹1,620) bietet eine Hin- und Rückfahrt ab Namba sowie unbegrenzte Busfahrten auf Koyasan.
Kulinarischer Schwerpunkt: Shojin Ryori (buddhistische vegetarische Küche) ist ein Höhepunkt jeder Tempelübernachtung in Koyasan. Die Gerichte sind streng vegetarisch und oft vegan. Sie werden ohne Fleisch, Fisch oder intensive Aromaten wie Knoblauch und Zwiebeln zubereitet. Damit ist Koyasan ein ausgezeichnetes und unkompliziertes Reiseziel für Vegetarier und einige Halal-Reisende.
Intensive Erkundungen: Abgelegene Wunder für erfahrene Entdecker

Wer Japan bereits besucht hat, ganz besondere Erfahrungen sucht und bereit ist, weiter hinauszufahren, findet an diesen Reisezielen einen tiefen Einblick in die vielfältigen Regionen des Landes.
Dogo Onsen (Matsuyama): Jahrtausendealte Badetradition
Dogo Onsen liegt in Matsuyama auf der Insel Shikoku und zählt mit einer Geschichte von mehr als tausend Jahren zu den ältesten und angesehensten Thermalquellen Japans. Das ikonische Badehaus Dogo Onsen Honkan soll Teile von Hayao Miyazakis „Chihiros Reise ins Zauberland“ inspiriert haben.
Was den Ort besonders macht: Tauche in die entspannenden Quellen des Dogo Onsen Honkan ein (Eintritt ab ¥460 für das einfache Bad, ca. ₹260), einem wunderschönen Holzbau. Das Honkan wird zwar bis 2026 renoviert, doch die provisorische Anlage Dogo Onsen Asuka no Yu ist vollständig in Betrieb und bietet ein ähnlich traditionelles Erlebnis. Erkunde die charmante Dogo-Einkaufspassage, besuche den Isaniwa Shrine und fahre mit der nostalgischen Dampflokomotive Botchan Ressha (¥800, ca. ₹450) durch die Stadt. Die Burg Matsuyama, eine von Japans zwölf original erhaltenen Burgen, bietet fantastische Ausblicke und eine faszinierende Geschichte.
Anreise:
- Von Osaka/Kyoto: Nimm den Shinkansen bis Okayama und anschließend den Limited Express Shiokaze zur Matsuyama Station (insgesamt ca. 3-3.5 Stunden).
- Von Tokyo: Fliege zum Matsuyama Airport (ca. 1.5 Stunden) und nimm anschließend einen Limousinenbus nach Dogo Onsen (ca. 40 Minuten, ¥470, ca. ₹260). In Matsuyama ist das Gebiet um Dogo Onsen von der Matsuyama Station aus bequem mit der Straßenbahn erreichbar.
Kulinarischer Schwerpunkt: Matsuyama bietet eine gute Auswahl an Restaurants. Probiere Tai-Meshi (Reis mit Meerbrasse, eine nicht-vegetarische Spezialität), aber auch zahlreiche Udon- und Soba-Restaurants, die auf Vegetarier eingehen können. In der Einkaufspassage rund um Dogo Onsen gibt es mehrere Cafés und Lokale.
Aizu-Wakamatsu: Samurai-Geschichte in Tohoku
Aizu-Wakamatsu in der Präfektur Fukushima ist stark von seiner Samurai-Geschichte geprägt und insbesondere für den erbitterten Widerstand während des Boshin-Krieges bekannt. Die Stadt vermittelt einen Einblick in eine weniger besuchte Region Japans, die reich an Traditionen und Naturschönheiten ist.
Was den Ort besonders macht: Besuche die Tsuruga Castle (Eintritt ¥410, ca. ₹230), die mit ihrem einzigartigen Dach aus roten Ziegeln sorgfältig rekonstruiert wurde. Erkunde die Samurai-Residenzen im Aizu Bukeyashiki (Eintritt ¥850, ca. ₹480), die Einblicke in den Alltag der Feudalherren geben. Auf dem Iimoriyama erfährst du mehr über die tragische Geschichte der Byakkotai (Weiße-Tiger-Truppe). Die Stadt ist außerdem für traditionelles Lackhandwerk und Sake-Brauereien bekannt. Der nahe gelegene Lake Inawashiro bietet malerische Ausblicke.
Anreise:
- Von der Tokyo Station: Nimm den Tohoku Shinkansen bis zur Koriyama Station (ca. 1 Stunde 20 Minuten).
- Regionalzug: Von Koriyama fährst du mit der JR Banetsu West Line zur Aizu-Wakamatsu Station (ca. 1 Stunde 10 Minuten). Diese Strecke ist durch den JR Pass abgedeckt. Lokale Busse von der Aizu-Wakamatsu Station verbinden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Kulinarischer Schwerpunkt: Zur lokalen Küche von Aizu-Wakamatsu gehören Kitakata Ramen (oft mit Schweinefleisch) und Sauce Katsudon (Schweineschnitzel). In der Regel gibt es jedoch Nudelrestaurants mit vegetarischen Soba- oder Udon-Gerichten. Halte Ausschau nach Lokalen, die lokalen Sake (Reiswein) ausschenken – dieser ist normalerweise vegetarisch. Kleine Cafés bieten oft Backwaren oder einfache Mahlzeiten an.
Yakushima: Uralte Zedernwälder
Yakushima gehört zum UNESCO-Welterbe und ist eine subtropische Insel vor der Küste Kyushus. Sie ist für ihre uralten Zedernwälder (Yakusugi) und ihr einzigartiges Ökosystem bekannt. Für Wanderer und Naturliebhaber, die eine unberührte Wildnis erleben möchten, ist sie ein wahres Paradies.
Was den Ort besonders macht: Wandere durch ursprüngliche Wälder und bestaune riesige Yakusugi-Zedern, von denen einige wie die Jomon Sugi mehr als tausend Jahre alt sind. Die Landschaft der Insel reicht von Küstenstränden bis zu nebelverhangenen Bergen, in denen Makaken und Hirsche leben. Die Shiratani Unsuikyo Ravine (Eintritt ¥500, ca. ₹280) ist ein beliebtes Wandergebiet und soll Studio Ghibli zu „Prinzessin Mononoke“ inspiriert haben.
Anreise:
- Flug: Am einfachsten fliegst du vom Kagoshima Airport zum Yakushima Airport (ca. 35 Minuten).
- Fähre: Schnellere Fähren (Toppy und Rocket) verkehren vom Kagoshima Port zur Miyanoura Port oder Anbo Port auf Yakushima (ca. 2-3 Stunden). Langsamere Autofähren sind ebenfalls verfügbar (ca. 4 Stunden). Auf der Insel empfiehlt es sich dringend, für mehr Flexibilität ein Auto zu mieten, da der öffentliche Nahverkehr begrenzt ist.
Fehler, die du vermeiden solltest:
- Unterkunft und Transport nicht im Voraus buchen: Yakushima ist besonders in der Hauptsaison sehr beliebt.
- Den Schwierigkeitsgrad der Wanderungen unterschätzen: Einige Wege sind anspruchsvoll und erfordern geeignete Ausrüstung sowie eine gute Kondition.
- Wetterbedingungen ignorieren: Die Insel ist für ihre häufigen Regenfälle bekannt. Packe wasserdichte Kleidung ein.
Kulinarischer Schwerpunkt: In Yakushimas lokaler Küche spielen oft fliegende Fische (Tobiuo) und andere Meeresfrüchte eine Rolle. Vegetarische Optionen können besonders außerhalb größerer Hotels oder Gästehäuser sehr begrenzt sein. Es wird dringend empfohlen, sich selbst zu versorgen oder ausreichend geeignete Lebensmittel mitzunehmen. Einige Gästehäuser bieten auf Anfrage vegetarische Mahlzeiten an, wenn sie rechtzeitig informiert werden.
Okinawa (Ishigaki/Miyakojima): Tropische Auszeit
Für einen kompletten Wechsel von Tempo und Landschaft lohnt sich ein Abstecher zu den südlichen Inseln Okinawas. Während die Hauptinsel Okinawa sehr beliebt ist, bieten Inseln wie Ishigaki und Miyakojima makellose weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und eine eigenständige Ryukyu-Kultur.
Was den Ort besonders macht: Schnorchle oder tauche im kristallklaren Wasser, erkunde farbenprächtige Korallenriffe und entspanne an Traumstränden wie dem Yonaha Maehama Beach auf Miyakojima, der regelmäßig zu den besten Stränden Japans gezählt wird. Erlebe die einzigartige Ryukyu-Kultur, die sich mit ihrer eigenen Sprache, Musik und Küche vom japanischen Festland unterscheidet. Besuche traditionelle Dörfer, genieße lokale Feste und lass dich von der entspannten Atmosphäre der Inseln anstecken. Eine Fahrt mit einem Glasbodenboot (ca. ¥2,000-¥3,000, ca. ₹1,120-₹1,680) ermöglicht Einblicke in die Unterwasserwelt, ohne nass zu werden.
Anreise: Direktflüge gibt es von großen japanischen Städten wie Tokyo, Osaka und Fukuoka zum Ishigaki Airport oder Miyakojima Airport (ca. 2.5-3 Stunden). Alternativ kannst du zur Hauptinsel Okinawa (Naha) fliegen und anschließend einen Anschlussflug oder eine Fähre zu den vorgelagerten Inseln nehmen. Für die Erkundung dieser Inseln ist ein Mietwagen nahezu unverzichtbar.
Kulinarischer Schwerpunkt: Die okinawanische Küche ist einzigartig und verwendet lokale Zutaten wie Goya (Bittermelone), violette Süßkartoffeln und Schweinefleisch. Obwohl Schweinefleisch weit verbreitet ist, basieren viele okinawanische Gerichte auf Gemüse. Halte Ausschau nach Goya Champuru (Pfannengericht; bitte um eine vegetarische Variante), Umi Budo (Meertrauben) und verschiedenen frischen Gemüsegerichten. Besonders in den Touristengebieten gehen viele Cafés und internationale Restaurants auf besondere Ernährungsbedürfnisse ein. Halal-Optionen können rar sein, daher empfiehlt es sich, lokale Verzeichnisse oder Apps zu prüfen.
Japans kulinarische Landschaft entdecken: Tipps für Vegetarier und Halal-Reisende
Für Reisende aus Indien und Bangladesch kann das Essen in Japan eine wichtige Herausforderung darstellen. Mit etwas Planung und Aufmerksamkeit kannst du jedoch köstliche Mahlzeiten genießen.
- Vegetarisch:
- „No Meat, No Fish, No Bonito, No Dashi“: Lerne diese Sätze auf Japanisch oder schreibe sie dir auf. Dashi (Fischbrühe) bildet die Grundlage vieler japanischer Gerichte. Deshalb ist es besonders wichtig, ausdrücklich nach „Dashi-nuki“ (ohne Dashi) zu fragen.
- Nudeln:



